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Auspeitschen ohne Aufpreis

„Expedition Europa“ in Belgien: SM-Puff für die Geldroboter?

Im Hochsommer bewegte ich mich auf der Luftlinie zwischen Londoner und Frankfurter Börse. Auf diese Idee hatte mich das neue Buch des Ex-EU-Abgeordneten Martin Ehrenhauser gebracht. „Geldroboter“ erzählt von automatisierten Hochfrequenzhändlern. Zur Veranschaulichung: Vor zehn Jahren sandte ein Börsenhändler pro Tag 70 Order auf einen einzigen Markt, heute feuert ein Hochfrequenzhändler eine Million Order auf fünf verschiedene Märkte. Die Geldroboter sind hochprofitabel; wie der „Flash Crash“ von 2013 zeigte, zerrütten sie aber auch das Finanzsystem.

Der Trumpf der Geldroboter ist ihre Geschwindigkeit. Glasfaserkabel sind ihnen zu langsam, darum errichten sie Mikrowellennetze zwischen den Börsen. Am Ärmelkanal ist das Wettrennen besonders hart. Im englischen Richborough, das perfekt zwischen London und Frankfurt liegt, planten zwei Geldroboter höhere Türme als den Eiffelturm. Pro Millisekunde hätten sie eine Million Pfund ausgegeben. Eine Millisekunde ist viel, oft sind die Zeitvorsprünge nur noch in Nanosekunden messbar, in Milliardsteln. Die Richborougher stimmten aber gegen die Türme.