Stimmt Heumarkt-Investor bei Wiener Grünen-Wahl mit?

Michael Tojner
Die Presse/Clemens Fabry

Der Immobilien-Investor Michael Tojner, dessen umstrittenes Heumarkt-Projekt die Grünen in eine Krise stürzte, will bei der Wahl von Vassilakous Nachfolge mitmischen. Er soll sich als Wähler registriert haben.

Der Wiener Immobilien-Investor Michael Tojner dürfte bei der Wahl für den künftigen grünen Spitzenkandidaten in Wien mitstimmen. Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, habe sich der Heumarkt-Investor als Wähler registieren lassen und sei somit stimmberechtigt. Bei der Wahl, die die Nachfolge von Maria Vassilakou als Chefin der Wiener Grünen entscheiden soll, dürfen auch erstmals auch Nicht-Mitglieder der Ökopartei stimmen.

Tojner war vor allem aufgrund des Heumarkt-Hochhauses öffentlich bekannt geworden, das die Grünen in eine schwere Krise geführt hatte. Er habe sich bereits vor der Kandidatur von Birgit Hebein registriert, weswegen er sich zwischen den beiden Kandidaten David Ellensohn und Peter Kraus entscheiden werde, hieß es in der "Wiener Zeitung". Dass sich Tojner für Ellensohn einsetzen werde, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Dieser hatte den Immobilieninvestor zuletzt aufgefordert, das geplante Hochhaus am Heumarkt um ein Drittel niedriger zu bauen.

Ebenso registriert haben soll sich die Geschäftsführerin seines Unternehmens Wertinvest, Daniela Enzi. Ob noch weitere Personen aus dem Umfeld des Investors dazu kommen, ist unklar. Die Registrierung zur Wahl dürfe eigentlich nicht öffentlich gemacht werden. Die "Wiener Zeitung" beruft sich auf eine "grüne Insiderin".

"Wertinvest"-Geschäftsführerin Enzi reagierte mit einer launigen Bemerkung auf die Berichte: "Ich fand den Versuch einer Öffnung der Grünen sehr gut, stelle aber fest, dass Teile der Grünen diese offensichtlich mit aller Vehemenz sabotieren, um unter sich zu bleiben. Das wird [i]hnen aber so wohl kaum gelingen", teilte sie mit. Eine Bestätigung der Registrierung als Wähler gab es von Enzi nicht.