Rendite mit Wind und Wasserstoff

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Symbolbild.(c) Clemens Fabry
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Investment. Der Trend zu erneuerbaren Energien und nachhaltiger Mobilität bringt auch für Anleger Chancen. Wobei laut Analysten nicht alle Segmente gleich aussichtsreich sind.

Viele Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien haben in den vergangenen Jahren einen Reifeprozess durchgemacht und können heute profitabel arbeiten“, hält Clemens Klein, Fondsmanager bei der Erste Asset Management (EAM), fest. Deshalb sei er auch unverändert positiv auf den Sektor erneuerbare Energien eingestellt. In dieselbe Kerbe schlägt Thomas Motsch, seines Zeichens Fondsmanager für Nachhaltigkeitsaktien bei der Raiffeisen KAG: „Ich bin überzeugt davon, dass man mittelfristig am Thema erneuerbare Energien nicht vorbeikommt.“ Ein wichtiger Treiber sei in diesem Zusammenhang das Pariser Klimaabkommen.

Von der Umsetzung der Klimaschutzziele sollten viele Unternehmen, die im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien tätig sind, profitieren. Das eröffnet auch Chancen für Anleger. Beispiele für interessante Aktien gibt es reichlich. Motsch hat etwa den dänischen Windkraftanlagenbauer Vestas auf der Rechnung. „Ein Vorteil für Aktionäre ist, dass Vestas im stark wachsenden Servicegeschäft über sehr lukrative Verträge verfügt, wodurch auch unruhige Marktphasen besser überstanden werden können“, so der Experte. Eine aus seiner Sicht aussichtsreiche Sparte ist das Recycling von Batterien für Elektroautos, in der etwa die belgische Firma Umicore tätig ist.

Solar-Aktien befinden sich derzeit nicht in Motschs Fonds, dem Raiffeisen-Nachhaltigkeits-Aktien. „Aus Nachhaltigkeitsüberlegungen ist der Sektor zwar interessant, aus Aktionärssicht hingegen weniger“, sagt er. Viele Unternehmen würden auch heute noch geringe Margen aufweisen und kaum Gewinne schreiben. Als deutlich reifer schätzt er den Windkraftsektor ein. Die Industrie könne mit Marktschwankungen besser umgehen. Außerdem habe die Branche die Konsolidierung – die im Fotovoltaiksektor noch nicht abgeschlossen sei – bereits hinter sich.

Autobranche im Wandel

„2016 wurden mehr als zwei Millionen elektrische Pkw verkauft. Laut der Internationalen Energieagentur wird es 2030 mehr als 200 Millionen E-Autos auf den Straßen geben“, berichtet Tom Riley, Fondsmanager bei AXA Investment Managers. Dementsprechend würden Unternehmen, die umweltfreundliche Autos bauen, auf dem Automobilmarkt immer dominanter – und entsprechende Gewinnmargen realisieren. „Mit diesem Wandel und Wachstum gehen neue Chancen für Anleger einher“, so der Experte.

Ähnlich denkt auch Klein. „Alle großen Autohersteller beschäftigen sich mittlerweile damit und experimentieren neben batteriebetriebenen Fahrzeugen auch mit Brennstoffzellen.“ Hier erwartet der Manager des Erste WWF Stock Environment in den kommenden Jahren Fortschritte, die sich für mutige Anleger lohnen könnten. Im Bereich Windenergie wären wiederum die Hersteller von Rotorblättern ein spannendes Investmentthema. Hintergrund: Immer mehr Anbieter würden die Produktion an Zulieferer auslagern.

Eine gute Auswahl an Unternehmen, die im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien tätig sind, findet sich in einschlägigen Indizes. Dazu gehört etwa der Renixx World, der 30 Aktiengesellschaften aus der regenerativen Energiewirtschaft abbildet. Eine noch größere Auswahl bietet beispielsweise der WilderHill New Energy Global Innovation Index.

AUF EINEN BLICK

Mit „grünen“ Aktien können Anleger auf die wachsende Bedeutung von erneuerbarer Energie und neuen Technologien setzen. Als aussichtsreich bezeichnen Experten den Bereich Windkraft, insbesondere Service und Zulieferer. Gute Zukunftsaussichten werden auch der E-Mobilität attestiert, währen der Markt für Solarenergie laut Analysten noch nicht konsolidiert sei. Für Unerfahrene sind Fondslösungen sinnvoll, die das Risiko streuen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2018)

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