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Energie

Strom wird auch im Sommer knapp

Die Presse
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Nicht nur die Kälte im Winter, auch der heiße August brachte Österreichs Stromversorgung heuer an die Grenze. Der Regulator fordert eine gesetzliche Mindestreserve für Strom wie bei Erdöl und Erdgas.

Wien. Die Hitzewelle im Spätsommer ist vorbei, und langsam kommt ans Tageslicht, was sich in diesen Wochen neben der Debatte über U-Bahn-Gerüche noch in Österreich abgespielt hat: In den drei heißen Augustwochen war Österreichs Stromversorgung am Rand der Belastbarkeit. Die Energieversorger mussten massenhaft Erdgas verbrennen, um den Bedarf zu decken. Der „Presse“ liegen Statistiken vor, die zeigen, wie eng es diesmal gewesen ist.

Demnach benötigten die Österreicher mittags an einem durchschnittlichen Augusttag etwa 7700 Megawatt Strom. Das ist ein Bruchteil dessen, was all die Wasser-, Wind- und Solarkraftwerke im Land eigentlich liefern können (siehe Grafik) – allerdings nur dann, wenn es die Natur erlaubt. In zwanzig Tagen im vergangenen Monat war das nicht der Fall. Die lange Trockenheit verringerte die Produktion der Flusskraftwerke auf die Hälfte, die Tausenden Windräder lieferten mangels Wind kaum Energie, und Solarpaneele gibt es noch zu wenige, um wenigstens bei Tageslicht echte Abhilfe zu schaffen. So klaffte drei Wochen lang eine Versorgungslücke von gut 4000 Megawatt, die nur durch fossile Kraftwerke im In- oder Ausland gedeckt werden konnte. „Ohne Gaskraftwerke hätten wir die letzten Wochen nicht geschafft“, sagt Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Bisher war das Phänomen nur aus dem Winter bekannt. Bei der sogenannten Dunkelflaute fehlen Wasser, Sonne und Wind, sodass europäische Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke einspringen müssen. Nun wird es offenbar auch im Sommer eng.