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Ärger als der Dotcom-Crash

A bitcoin logo is seen at a facility of the Youth and Sports Ministry in Caracas
Themenbild: Bitcoin(c) REUTERS (MARCO BELLO)
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Kryptowährungen notieren bis zu 80 Prozent tiefer.

New York/Frankfurt. Der Große Krypto-Crash von 2018 trägt vermehrt Anzeichen, dass er in die Liste der Negativrekorde eingeht. Nachdem die virtuellen Währungen am Mittwoch in neue Tiefen abgestürzt sind, hat der MVIS CryptoCompare Digital Assets 10 Index seinen Verlust gegenüber einem Hoch im Jänner auf 80 Prozent ausgeweitet. Das ist mehr als der Einbruch von 78 Prozent beim Nasdaq Composite Index nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000.

Wie ihre Vorgänger während des Internet-Aktienbooms vor fast zwei Jahrzehnten erleiden auch die Kryptowährungs- Investoren einen schmerzhaften Realitätsschock. Die Kryptowährungs-Manie von 2017 – getrieben von der Hoffnung, Bitcoin werde zu „digitalem Gold“ und Blockchain-betriebene Token werden alle Branchen umgestalten – ist schnell der Furcht vor Sicherheitslücken, Marktmanipulation, strengerer Regulierung und einer langsameren Einführung an der Wall Street als angenommen gewichen.

Krypto-Anhänger lehnen negative Vergleiche mit der Dotcom-Ära ab. Sie verweisen auf die Erholung der Nasdaq auf neue Hochs 15 Jahre später und auf die massiven Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft. Auch betonen sie, dass sich Bitcoin von früheren Abstürzen erholt hat – auch ab Donnerstag. (Bloomberg/est)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2018)