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Gastkommentar

Politik machen mit homophoben Ressentiments

Ein wichtiges Urteil des VfGH wird gerade diskreditiert – aus reiner Ideologie.

Die Unterscheidung zwischen Ehe und Eingetragener Partnerschaft verletzt das Diskriminierungsverbot. Wer gegen das Urteil des Höchstgerichts mobilisiert, verhöhnt den Rechtsstaat. Martin Leidenfrost hat in seiner Kolumne („Presse“ vom 8.9.) seine homophoben Vorstellungen veröffentlicht, die Aufregung bleibt. Hetze in einem Appell an Gefühle und Leidenschaften ist eine tendenziöse Aufreizung zu Hass und Verachtung. Diese Verachtung ist spürbar und steht im Kontext ideologischer Kleingeistigkeit rund um die aktuelle Frage der Eheöffnung für homosexuelle Paare in Österreich.

Es ist kein Luxus, homo,- bisexuell, transgender oder intergeschlechtlich zu sein. Dafür wurde man diskriminiert, inhaftiert und exekutiert. Österreich war eines der letzten Länder in Europa, in dem das Totalverbot für Homosexualität 1971 aufgehoben wurde. Im Zeitraum von 1950 bis 1971 wurden 13.000 Homosexuelle verurteilt. Erst 2002 hat der Verfassungsgerichtshof mit §209 den letzten ausdrücklichen Homosexuellenparagrafen als verfassungswidrig aufgehoben.