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Europa League: Rapid setzt auf die Lockerheit des Außenseiters

Torhüter Richard Strebinger ist der wohl beste Rapid-Spieler in dieser Saison und sicherte mit seinen Paraden auch die Qualifikation für die Europa League.
Torhüter Richard Strebinger ist der wohl beste Rapid-Spieler in dieser Saison und sicherte mit seinen Paraden auch die Qualifikation für die Europa League.(c) APA/EXPA/JFK
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Rapid will gegen Spartak Moskau die Liga-Unform abschütteln, Trainer Djuricin fordert Mut, Disziplin und Tore.

Wien. Rapid startet am Donnerstag (18.55 Uhr/live DAZN) gegen Spartak Moskau in die Europa League. Gegen den russischen Rekordmeister sehen sich die Hütteldorfer in der Außenseiterrolle und werten das nicht unbedingt als Nachteil. „Ich glaube, dass das ab und zu die angenehmere Rolle ist“, erklärte Trainer Goran Djuricin. Vor dem Gegner hat er großen Respekt. „Sie haben eine kompakte Mannschaft, die zusammen gut agiert in Defensive und Offensive und sehr routiniert ist“, analysierte der 43-Jährige und wusste, um die Anforderungen an das eigene Spiel: „Wir müssen auch sehr mutig sein, in gewissen Phasen aber auch sehr diszipliniert.“

Die Hütteldorfer sind zum siebenten Mal in der Gruppenphase vertreten, schafften bislang aber nur einmal (2015/16) den Aufstieg. „Wir gehen nicht in die Gruppenphase, um nur mitzuspielen, wir wollen aufsteigen. Jeder Gegner ist zu schlagen“, gab sich Mario Sonnleitner mit Blick auf die weiteren Gegner Villarreal und Glasgow Rangers kämpferisch. Der Innenverteidiger ist mit 31 Einsätzen in der EL-Gruppenphase laut Uefa-Ranking die Nummer eins. „Eine nette Sache, es hilft mir aber nicht weiter.“

Die 0:1-Niederlage gegen die Austria im Wiener Derby hat das grün-weiße Selbstvertrauen nicht unbedingt wachsen lassen, international aber präsentierte sich Rapid in dieser Saison oftmals besser als in der heimischen Meisterschaft. „Da waren wir effizienter und sind lockerer in die Spiele gegangen“, sagte Djuricin mit Blick auf die klaren Heimsiege in der Qualifikation gegen Slovan Bratislava (4:0) und Steaua Bukarest (3:1). Den vielen vergebenen Chancen seiner Mannschaft in den letzten Spielen möchte der Trainer nicht zu viel Bedeutung zumessen. „Wir haben diese Saison schon bewiesen, dass wir viele Tore machen können“, erinnerte Djuricin und betonte, dass es auch eine „Kopfsache“ sei.

Auch der Faktor Heimvorteil hat im Europacup eine ganz andere Bedeutung. Während Rapid in der Liga in der laufenden Saison nur eines von vier Spielen im Allianz Stadion gewinnen konnte, ist der Klub international seit fünf Heimspielen ungeschlagen. In der EL-Gruppenphase gab es gar zehn Mal in Folge keine Niederlage. Auf ein 0:4 gegen Bayer Leverkusen am 25. Oktober 2012 folgten sechs Siege und vier Remis. (red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2018)