Kochen, quatschen, Partys feiern: Eine Küche eignet sich ja für so einiges. UniLive hat Studentinnen und Studenten in ihren Küchen besucht. Und sie gefragt, was sie dort so tun. Oder nicht.
Die Küche ist das Wohnzimmer von Baran (21), Anna-Christine (21), Ana-Magdalena (21) und Leo (22). Zu viert sind sie dort aber selten, seit sie im Mai eingezogen sind. „Meistens sind wir am Abend acht bis zehn“, sagt Baran. „Und eigentlich kochen wir öfter als wir fortgehen.“ Was wenig überraschend oft in Küchenpartys ausartet, Alkohol (und Augenringe) inklusive. Wenn gerade nicht gefeiert wird, dann kocht von den Vieren auch nur selten jeder für sich alleine – sondern meistens gleich für die ganze WG. Und auch wenn über manche Essgewohnheiten einzelner Mitbewohner gegrinst wird – Dosenfischsandwich gefolgt von Erdnussbutter ist etwa eine Sache, der nicht alle etwas abgewinnen können –, gibt es vieles, auf das sich die WG einigen kann: Asiapfanne, Lasagne und Nudeln sowieso, die gehören zu den Standardgerichten. Heute stehen Burritos auf dem Tisch, morgen gibt es Buchteln, unlängst für sich entdeckt haben die vier Studenten – Anna-Christine studiert Lehramt, die anderen drei sind angehende Bauingenieure – Paprikahendl. „Wir probieren viel aus“, sagen sie. „Übrig bleibt selten etwas.“
Marlene (21) geht oft durch ihre Küche: Denn die ist gleich hinter der Eingangstüre – und hat insofern sogar eine Art Fenster, in der Türe eben. Ansonsten hält sich die Jus- und Politikwissenschaftsstudentin aber relativ selten in der Küche auf. „Ich liebe sie sehr“, sagt Marlene über die Nische in ihrer Wohnung im 15. Wiener Gemeindebezirk, in der sie seit drei Jahren wohnt. „Aber ich halte die Zeit in der Küche recht kurz.“ Gekocht wird bei ihr prinzipiell nicht besonders viel – wenn sie alleine ist, ist die Devise: Hauptsache schnell und billig. „Da geht es primär darum, satt zu werden“, sagt Marlene. Gegessen werden dann oft Nudeln mit Tomatensauce und Mozzarella („Das geht immer.“), Shakshuka, Erdäpfel mit Salz und Butter, Palatschinken. Wenn ihr Partner da ist, lässt sich Marlene auch manchmal etwas liefern: Pizza oder Curry zum Beispiel. „Das hat aber aus finanziellen Gründen seine Grenzen. Denn das geht schon ins Geld.“
Die Küche von Anne-Sophie ist auf den ersten Blick vor allem eines: klein, sehr klein. Was paradox ist, denn die 24-Jährige kocht gerne. Und überraschenderweise funktioniert das in ihrem winzigen Studentenapartment im zweiten Bezirk sehr gut. „Ich mag meine Küche gerne“, sagt sie. „Es gibt zwar nur zwei Herdplatten – aber die sind Induktionsplatten und daher sehr fix.“ Aktuell steht da gerade eine Kürbissuppe, außerdem Feigen mit Ziegenkäse und Prosciutto, die sie eben aus dem kleinen Backofen unterm Schreibtisch geholt hat, den sie dort über dem Drucker installiert hat. „Ohne Backofen geht für mich gar nichts“, sagt Anne-Sophie. Wenn sie nicht gerade Kuchen für Freunde bäckt, kocht die Psychologiestudentin gern größere Mengen, Suppen oder Gemüseeintöpfe etwa, die ein paar Tage im Kühlschrank halten. Die gibt es dann eben mehrmals hintereinander. Macht nichts: „Mir ist lieber, ich koche selbst, als essen zu gehen – das ist günstiger und ich weiß, was drin ist“, sagt sie. „Außerdem finde ich es entspannend, zu kochen. Der Prozess ist einfach was Schönes.“
("UniLive", Print-Ausgabe, 26.09.2018)