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Anleitung zum Börsenhandel: Was Hausverstand mit Cannabis zu tun hat

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APA/AFP/JOSH EDELSON
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Börsespiel 2018 Wer an der Börse erfolgreich sein will, muss vor allem eins tun: Selber Denken! Und es muss noch lange nicht schlau sein, bei einer gehypten Mode mitzumachen.

Wer gelernt hat, selbstständig zu denken, hat nicht nur im Leben ganz allgemein einen Vorteil, er hat einen solchen auch an der Börse. Im Grunde genommen geht es darum, zu tun, was der Philosoph Immanuel Kant zum Leitspruch der Aufklärung ausgerufen hat. „Sapere aude!“, zu Deutsch: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“.

Der gesunde Hausverstand steht dabei durchaus nicht im Widerspruch zur unseren gestrigen Kolumne, in der wir den Grundsatz vorgestellt haben, an der Börse Trends zu erkennen und, nachdem man sie erkannt hat, nicht gegen den Strom zu schwimmen. Der gesunde Hausverstand ist vonnöten, wenn es darum geht, Einflüsterern, von denen es zur Genüge gibt, standzuhalten. An der Börse und vor allem um sie herum wimmelt es von Beratern und Bewertern, die für ihr Handwerk ziemlich risikofrei gutes Geld in Form von Gebühren und nicht immer transparenten Provisionen verlangen. Damit nicht genug, wimmelt es auch von Meinungen, Stimmungen und – ja – wahren bis falschen Gerüchten, die allesamt das Börsengeschehen mitbeeinflussen. Gleichzeitig suggerieren alle diese Phänomene, dass an der Börse alles klar prognostizierbar ist, weil angeblich alles nach rational nachvollziehbaren Kriterien abläuft.

Tut es nicht. Und deshalb muss die letzte Instanz, die vor einer Investitionsentscheidung ins Spiel kommt, immer noch der gesunde Menschenverstand sein. Das heißt nicht, dass die Leute, die mit Beratung und Bewertung ihr Geld verdienen, nicht Recht haben können. Aber jedes Wissen ist nun mal „Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk“, wie es so schön in der Bibel heißt. Wer an der Börse Erfolg haben will, trägt diese Stückwerke zusammen, prüft sie mit dem eigenen Hausverstand und investiert erst danach, wenn die Schlussfolgerung – und in gewisser Weise wohl auch das Bauchgefühl – eine Investition nahelegen.

All das empfiehlt sich übrigens besonders in Situationen, wo es um einen Hype geht, dem sich Menschen ja ungern entziehen. Ob bei Bitcoin oder aktuell bei Cannabis-Aktien: Nur weil es gerade cool und in ist, muss es noch lange nicht schlau sein, bei einer gehypten Mode mitzumachen, geschweige denn, spät auf sie aufzuspringen. Ja, Kursvervielfachungen sind da schon drin, aber Kursimplosionen eben auch. Ganz aktuell sichtbar übrigens an der Aktie von Tilray - der ersten Private-Equity-Gesellschaft, die sich ausschließlich auf die Cannabis-Branche konzentriert. Ihr Börsenkurs hat sich seit Ende Juli auf 212 Euro mehr als verzehnfacht. Am gestrigen Donnerstag rasselte er dann unter 140 Euro.

Email: eduard.steiner@diepresse.com

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