Salvini verärgert: "Aquarius" nimmt Migranten vor Libyens Küste auf

Archivbild der "Aquarius 2" bei einem Medientermin im Hafen von Marseille.
Archivbild der "Aquarius 2" bei einem Medientermin im Hafen von Marseille.APA/AFP/CHRISTOPHE SIMON

Wo die "Auquarius" nun anlegen will, ist unklar. Italiens Innenminister wirft dem Betreiber "SOS Mediterranée" vor, mit der libyschen Küstenwache nicht kooperiert zu haben.

Das Rettungsschiff "Aquarius 2" hat vor Libyen weitere Migranten in Seenot aufgenommen. Nach einem komplizierten Einsatz und nach Verhandlungen mit der libyschen Küstenwache hätte die "Aquarius" am Sonntag in internationalen Gewässern 47 Menschen aufgenommen, twitterte die Hilfsorganisation SOS Mediterranée.

Darunter seien 17 Minderjährige und eine Schwangere. Bereits letzte Woche hatte das Rettungsschiff elf Migranten aufgenommen. Bisher ist allerdings unklar, wohin die "Aquarius" fahren wird.

Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte, diejenigen anzeigen zu wollen, die illegale Einwanderung begünstigten. Er warf der NGO vor, nicht mit der libyschen Küstenwache kooperiert zu haben. "Für diese Herren (der NGO) bleiben die italienischen Häfen geschlossen", so Salvini. Er will, dass die libyschen Behörden die Rettungseinsätze übernehmen und die Migranten wieder zurück in das Bürgerkriegsland bringen.

Salvini sagte, es seien weitere Boote mit etwa 100 Flüchtlingen an Bord von Schleppern aufs Meer geschickt worden.

Tagelange Blockaden

In den letzten Monaten waren mehrere Rettungsboote - darunter auch schon die "Aquarius" - auf dem Mittelmeer tagelang blockiert gewesen. Italien pocht darauf, dass andere EU-Staaten auch Migranten aufnehmen.

Auch mit der Registrierung der "Aquarius" gab es nun Probleme: Die Schifffahrtsbehörde Panamas kündigte an, dem Schiff die Registrierung zu entziehen. Das Schiff habe internationale rechtliche Vorgänge im Bezug auf Flüchtlinge außer Acht gelassen. Die Hauptbeschwerde stamme von den italienischen Behörden, die gemeldet hätten, dass der Kapitän des Schiffes sich geweigert habe, die Migranten an ihren Herkunftsort zurückzuführen.

(APA/dpa)