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The Power of Love

Mit Liebe allein kommt man da unten leider auch nicht immer allzu weit, sag ich dir!
Mit Liebe allein kommt man da unten leider auch nicht immer allzu weit, sag ich dir!The Simpsons
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Max Lercher, der so junge wie bärtige Geschäftsführer der SPÖ, dem wir zum 32. Geburtstag heute gratulieren (Happy Purzeltag!), hat im Gespräch mit der „Presse“ Schönes gesagt.

Auf den Zustand seiner Partei und die Anforderungen an die neue Spitze angesprochen, sagte er: „Was es jetzt braucht, ist Liebe."

Es müssten Liebe und Leidenschaft zu den Werten der Sozialdemokratie und Gerechtigkeit sein, und wenn auch der Job jetzt ziemlich hart sei, so denke er doch: „Halten Sie mich für einen Trottel, aber ich liebe diesen Verein wirklich."

Wahrlich, das Pizzicato sagt Euch: Ein guter Mensch! Inmitten der Rempeleien, Messerwürfe, des Minenlegens und Bihänderschwingens der Politik spricht er Worte, die an die Hippieära erinnern, nach dem Motto: „Make Peace, not Politics". Schon tönen einem Songs über die Liebe ätherisch im Ohr, etwa „The Message Is Love" von Al Green und „The Power of Love" von Jennifer Rush. Zur SPÖ wie zu den Linken generell passen sehr gut „Strangelove" von Depeche Mode über verdammt komplizierte Liebe inklusive Betrügens und viel Auf und Ab, und natürlich „Love of the Common People" von Paul Young, das von Liebe, Genügsamkeit und dem alltäglichen Existenzkampf in sozial benachteiligten Schichten unterhalb der Medien-, Politologen- und Salonsozialistenschwelle handelt.

Aus Max Lercher könnte als Verkünder von Liebe und Frieden überhaupt noch etwas mehr werden: Der zwischen stechend und milde wechselnde Blauaugenblick ist schon einmal da, und wenn Haupthaar und Bart noch kräftig zulegen, ist's nicht mehr weit zum Messias.

Aber dennoch: Das Reich der Roten wird (Pam hin, Pam her) wohl auf absehbare Zeit nicht mehr von dieser Welt sein. (wg)

Reaktionen an:wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.09.2018)