„La traviata“: In Florenz darf Violetta nicht sterben

Eine Kostümshow, aber wenig menschliche Begegnungen: „La traviata“ in Florenz.
Eine Kostümshow, aber wenig menschliche Begegnungen: „La traviata“ in Florenz.(c) Maggio Musicale
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Maggio Musicale. Mit „La traviata“ beschloss Chefdirigent Fabio Luisi eine Serie von Verdi-Neuproduktionen.

„Wird sie am Ende sterben?“, fragten, von der Inszenierung irritiert, einige Besucher zur Pause der „Traviata“-Premiere bei Maggio Musicale Fiorentino. Am Ende wusste man es: Violetta stirbt nicht, sondern geht durch einen engen Gang von der Bühne ab. Nicht der einzige unkonventionelle Einfall eines Regieteams, das man auch für Neuinszenierungen der übrigen Werke von Verdis Trilogia populare, „Rigoletto“ und „Trovatore“, engagiert hatte – im Einheitsbühnenbild Federica Parolinis: drei Kuben in den Farben der italienischen Tricolore. Diese entpuppen sich in der Folge als Kuben, die weniger zum Schauplatz der Handlung als einer Modenschau werden.

Kaum zählen lassen sich die zahlreichen, zwischen Schwarz, Weiß und greller Buntheit kaleidoskopartig abgewechselten Kostüme (Alessio Rosati), in denen Violetta den Abend über erscheint. Obwohl nach dem Libretto bereits schwer krank, klettert sie knapp vor ihrem Ende auf einen hohen Kasten. Um dem Tod davonzueilen? Der Doktor diagnostiziert vom Haus gegenüber aus, vermeidet jeglichen Kontakt. Überhaupt meidet diese Inszenierung menschliche Interaktionen, gibt Gefühlen kaum Raum.

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