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Vienna Design Week: Ideen, die man so mit sich herumträgt

(c) Elsa Okazaki
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Bis 7. 10. überzieht die Vienna Design Week die Stadt mit Formen, Farben, Materialien. Davor haben sich ein paar Protagonisten des Festivals schon einmal etwas übergezogen. In der Festivalzentrale – im ehemaligen Sophienspital.

Design braucht Orte. An denen es sich zeigen kann. Sonst bleibt es unsichtbar, sonst bleibt alles Ideen, die nur geistern. Die Vienna Design Week schließt verschiedensten Gestaltungsdisziplinen neue Räume auf. Ganze Bezirke sogar, diesmal steht der siebente im Fokus. Und besondere Orte, die ihre zukünftige Identität noch erwarten. Wie das ehemalige Sophienspital in der Apollogasse, das vom 28.  9. bis 7.  10. zur Festivalzentrale wird. Aus ehemaligen Krankenzimmern werden Diskussions-, Event- und Ausstellungsräume, in denen nicht nur Objekte die Exponate sind, sondern ganze Designhaltungen. Dort und rundherum, in ganz Wien, beschäftigen sich diesmal auch Gestalter mit Orten und den Identitäten, die sie stiften, den Ritualen und dem Verhalten, das sie evozieren. Für Hanna Burkart und Philipp Furtenbach etwa war das Nomadisieren zwei Jahre lang ihr Künstlerleben. Dabei spürten sie, wie gut Identität und Herkunft den Dingen tut, die man so mit sich herumträgt.

Etwa, wenn es Taschen aus Leder sind, mit denen sie sich für das Designfestival gestalterisch beschäftigen. Auch die Designerin Anna Prinzhorn war lange Nomadin: London, Berlin, Weinviertel. Dort fand sie zurück zur „Herkunft". Zum Holz, das rund um ihr Forsthaus wächst, aus dem sie nun Massivholzmöbel kreiert. Oder Nadja Zerunian, die diesmal der Flüchtigkeit der Interaktion an verlassenen Orten nachspürt, in Form von Objekten. Heimat können sogar jene Unternehmen basteln, die gerade ihre digitale Identität aufbauen, zeigt Franz Riebenbauer. Und der Designer Emanuel Gollob beweist, dass Technologien auch mal das Nichtstun fördern dürfen, in konkreten Räumen. In einer Stadt, in der Lilli Hollein Design und den Diskurs darüber nachhaltig verortet hat.