Vor allem die steigenden Energiepreise sorgten für die Zwei vor dem Komma. Die Verbraucherpreise lagen im September um 2,3 Prozent über dem Vorjahr.
Steigende Energiepreise haben die Teuerung in Deutschland im September auf den höchsten Stand seit Herbst 2011 getrieben. Die Verbraucherpreise lagen um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Einen höheren Wert gab es zuletzt im November 2011 - mit 2,4 Prozent.
Damit setzt sich die Inflation in Europas größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr über der Zwei-Prozent-Marke fest - auch wenn Fachleute noch davon ausgehen, dass die Teuerung im Gesamtjahr unter diesem Wert bleiben wird. Dennoch ist der September der fünfte Monat in Folge mit einer Zwei vor dem Komma. Das gab es zuletzt vor mehr als fünf Jahren: Anfang 2012.
Preisanstieg bei Mieten moderat
In Deutschland mussten Verbraucher im September vor allem für Energie tiefer in die Tasche greifen als im vergangenen Jahr: Die Preise zogen um 7,7 Prozent an. Vor allem Heizöl und Sprit verteuerten sich, bei Heizöl gingen die Preise nach Angaben der Statistiker teils um mehr als 30 Prozent nach oben. Die Nahrungsmittelpreise zogen um 2,8 Prozent an. Bei Wohnungsmieten, die gut ein Fünftel der Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen, verringerte sich der Preisauftrieb von 1,6 Prozent in den Vormonaten auf 1,5 Prozent im September 2018.
Auch der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex HVPI, den die Europäische Zentralbank (EZB) für ihre Geldpolitik heranzieht, stieg im Falle Deutschlands im Jahresvergleich um 2,2 Prozent. Von August auf September 2018 ging es hier ebenfalls um 0,4 Prozent nach oben.
Die EZB strebt mittelfristig für den Euroraum eine jährliche Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Bei diesem Wert sieht die Notenbank die Preisstabilität gewahrt.
(APA/dpa)