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Klassik

Konzerthaus: Die Jugend beweist, wie wenig Regie Oper braucht

(c) Wiener Konzerthaus
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KritikStudenten der MUK-Uni und Musiker der Prokopp-Stiftung brillierten mit Mozarts „Clemenza di Tito“.

Wie wenig es zu einer stimmigen, fesselnden Opernaufführung braucht, demonstrierten Studierende des Wiener Konservatoriums (jetzt Universität MUK) und der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker im Konzerthaus mit einem szenisch angedeuteten „Titus“. Gequält von Stückzertrümmerungen in Opern- und Festspielhäusern, fühlt sich der Zuschauer angesichts der aufs Nötigste reduzierten Darstellung der Handlung angenehm zurückgeworfen auf seine Zweiteigenschaft als Zuhörer: Das junge Ensemble rückt die Musik und das, was sie zu sagen hat, wieder ins Zentrum.

Angesichts der offenbar inspirierenden Beschränkung durch Wolfgang Gratschmaiers Regiekonzept sieht man auch gleich, ob einer über eine natürliche Bühnenpräsenz verfügt, die ihn instand setzt, mit optisch sparsamen Mitteln eine Gesamtwirkung zu erzielen, die der Größe von Mozarts letzter Opernpartitur gerecht wird. Einer Partitur, die aus Zeitnot nur dort vom Komponisten selbst stammt, wo das Orchester ins Spiel einbezogen ist. Die Rezitative stammen mehrheitlich aus der Feder Franz Xaver Süßmayrs – und wurden für diese Produktion auf ein Minimum reduziert. Zum Vorteil der Aufführung, deren Stimmung sich auch dank des umsichtigen Dirigats von Felix Hornbachner und des engagierten Musizierens der von philharmonischen Tutoren vorbereiteten Instrumentalisten oft zu hoher Intensität verdichtete – vor allem die großen Ensembles im Finale des ersten und während des zweiten Akts hatten Atmosphäre. Spannend wurde die Aufführung freilich deshalb, weil die Solisten diesen Rahmen für teils eindrucksvolle Leistungen zu nutzen verstanden.