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10.000 Euro für alte Dieselautos

Die SPD will eine verpflichtende Nachrüstung der betroffenen älteren Dieselfahrzeuge, die Kosten dafür sollen die Autobauer tragen.
Die SPD will eine verpflichtende Nachrüstung der betroffenen älteren Dieselfahrzeuge, die Kosten dafür sollen die Autobauer tragen.(c) REUTERS (Fabian Bimmer)
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Deutsche Autobauer bieten laut einem Bericht bis zu 10.000 Euro für Kunden, die ihre Dieselfahrzeuge gegen neue eintauschen. Auch in Österreich wird ein Dieselgipfel gefordert.

Berlin/Wien. Auf Deutschlands Straßen geht es mitunter recht schmutzig zu: Dort tummeln sich Millionen von dieselbetriebenen Autos, deren Schadstoffausstoß teilweise größer ist, als es das Gesetz erlaubt. Mitverantwortlich ist die Autoindustrie, die in großem Stil Abgaswerte manipuliert hat. In immer mehr deutschen Städten gibt es Fahrverbote für solche Autos. Was also tun? Darüber zerbrechen sich Politiker und Autobauer in der Bundesrepublik seit Monaten die Köpfe. Allein vorige Woche fanden zwei Dieselgipfel statt, heute, Montag, soll es dann aber wirklich eine Einigung geben.

Die SPD will eine verpflichtende Nachrüstung der betroffenen älteren Dieselfahrzeuge, die Kosten dafür sollen die Autobauer tragen. Diese halten davon nichts. Lieber wollen sie Umtauschprämien an Kunden zahlen, die ihr altes Dieselauto zurückbringen und sich stattdessen ein neues zulegen.

Nun wurde bekannt, wie viel sie bieten: bis zu 10.000 Euro pro ausrangiertem Diesel-Pkw. Dafür könnten die Fahrer ihre Autos mit den Abgasnormen Euro 4 und 5 gegen moderne Diesel oder Benziner eintauschen, berichtete die „Bild am Sonntag“. Volkswagen-Fahrer dürfen demnach mit zwischen 4000 und 10.000 Euro rechnen, abhängig vom Wert des neuen Fahrzeugs. Daimler wolle zwischen 3000 und 10.000 Euro zahlen, BMW pauschal 6000 Euro, heißt es.

 

Keine Lösung für nur 14 Städte

Die Autobauer wollen das Angebot aber auf 14 Städte und deren Umland reduzieren – jene, wo die Stickoxidbelastung besonders hoch sei. Das ist unter anderem in München, Stuttgart, Köln, Hamburg, Düsseldorf und Kiel der Fall. Die Absage aus der Politik kam prompt: Eine Lösung werde „nicht nur auf wenige betroffene Städte ausgerichtet“ sein, hieß es aus dem Bundesverkehrsministerium. Heute, Montag, wollen die Partei- und Fraktionsvorsitzenden von CDU, CSU und SPD am Abend nach jahrelangen Debatten entscheiden, wie mit den Abgasproblemen älterer Dieselautos verfahren werden soll. Das Thema wurde mittlerweile zur Chefsache erklärt: Am Freitag fand dazu ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Autobauern statt. Es werde nach wie vor diskutiert, ob eine technische Nachrüstung angeboten wird, hieß es am Wochenende.

 

Fahrverbote sind kein Thema

Der Ausgang der Verhandlungen ist auch für österreichische Dieselfahrer interessant. Fahrverbote sind hierzulande zwar kein Thema, Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) denkt aber auch über Nachrüstungen nach. Dabei dürfte es eine Rolle spielen, wie die Deutschen entscheiden.

Die Arbeiterkammer fordert einen Dieselgipfel auch in Österreich. Betroffene Autofahrer sollten Gutscheine für die Nachrüstung „von Millionen Pkw mit Katalysatoren, wie sie jetzt in Deutschland diskutiert werden“ bekommen. (red./ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2018)