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Vier Fakten zu Diesel in Österreich: Deutschland als Vorbild

FILE PHOTO: Traffic signs which ban diesel cars are installed by workers at the Max-Brauer Allee in downtown Hamburg
REUTERS
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Fahrverbote soll es auch hierzulande nicht geben, heißt es im Infrastrukturministerium. Aber die Nach- bzw. Umrüstung kommt.

In der Diskussion um eine "saubere" Lösung für Diesel-Pkw hält sich Österreich an die Entscheidung in Deutschland. "Wir schauen uns an, was in Deutschland läuft", hieß es vor der Einigung der deutschen Koalition am Montagabend im Verkehrsministerium von Norbert Hofer (FPÖ). Die "Presse" fasst hier die wichtigsten Punkte zusammen:

Kein Fahrverbot

Während in Deutschland ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge anfangs erwogen wurde, war im österreichischen Verkehrsministerium von Vornherein klar: Das werde es "mit Sicherheit nicht geben".

Nachrüstung

Einig sind sich Regierung, Arbeiterkammer und Autofahrerklubs, dass eine Nachrüstung besser als ein Fahrverbot sei. ÖAMTC und ARBÖ sprechen sich für eine Hardware-Nachrüstung aus. Dabei geht es vor allem um den Einbau von SCR-Filtern. Ein gemeinsamer Test von ÖAMTC und dem deutschen ADAC im Mai 2017 hat gezeigt, dass der nachträgliche Einbau eines Selective Calatylic Reduction-Systems samt AdBlue-Einspritzung eine sehr wirksame Lösung zur Reduktion von Stickoxiden ist. Allerdings brauche dieses System Platz und sei technisch nicht bei jedem Fahrzeug möglich. Deshalb plädieren die Autofahrerklubs auch für Software-Umrüstungen, wenn damit dieselben Effekte erzielt werden können. 

Kosten tragen Hersteller

In beiden Varianten müssten die Kosten vollständig von den Autoherstellern übernommen werden, sind die Autofahrerklubs und die AK einig. Sollte das nicht gelingen, müsse es Gruppenklagen geben, sagt AK-Direktor Christoph Klein. Denn:Öösterreichische Autofahrer dürfen nicht schlechter gestellt werden. In Deutschland gibt es ab 1. November die Möglichkeit der Gruppenklage.

Nachfrage nach Diesel-Pkw sinkt

Der seit September geltende neue Pkw-Abgastest und die damit verbundene Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (Nova) hat entsprechende Vorzugskäufe ausgelöst. Im August wurden im Jahresvergleich um ein Drittel mehr Autos neu zugelassen. Der Verlierer waren Diesel-Pkw: Da gab es nur ein Plus von 7,2 Prozent. Von Jänner bis August stieg die Zahl der Neuzulassungen insgesamt um 7,6 Prozent. Bei Diesel gab es einen Rückgang von 12,2 Prozent. Allerdings rollten 21.000 gebrauchte Diesel-Autos aus Deutschland, wo sie nur mehr schwer zu verkaufen sind, nach Österreich.

(eid)