Kommissarin Bönisch macht sich in "Tod und Spiele" undercover an einen verdächtigen Oligarchen heran - und Faber ist eifersüchtig. Das kauft den beiden doch keiner ab!
Unsere Wertung für diesen "Tatort":
5 von 10 Punkten
Worum geht's in "Tod und Spiele"?
In einem leerstehenden Gebäude werden verkohlte Menschenknochen gefunden - und der Schlüssel zu einem Hotelzimmer, in dem die Ermittler einen verschreckten, aber hungrigen Buben finden, der offenbar kein Deutsch versteht. Laut Gerichtsmedizin hatte der Tote schon zu Lebzeiten zahlreiche Knochenbrüche - das nährt den Verdacht, dass er bei einem illegalen Kampf gestorben sein könnte, bei dem die Besucher nicht nur auf einen Sieger, sondern auf den Tod des unterlegenen Martial-Arts-Gladiators wetten.
Worum geht‘s noch?
In "Tod und Spiele" spazieren jede Menge Leute durch Dortmund, die sehr spezielle Hobbies haben. Sei es, weil sei beim Escort-Service "Rose of Ruhrpott" (wem ist bitte dieser Name eingefallen?) Damen (und Herren) bestellen. Sei es, weil sie für den Eintritt zu einem ominösen Event schlanke 100.000 Euro zahlen. Besonders verdächtig ist der russische Oligarch Kambarow (Samuel Finzi), der den Dortmunder Fußballclub kaufen will und auch sonst mit Geldpaketen nur so um sich schmeißt.
Wer ermittelt in "Tatort: Dortmund"?
Würde Hauptkommissar Jan Faber (Jörg Hartmann) nicht Kollegin Nora Dalay (Aylin Tezel) zum Kindersitten für den stummen Jungen und Jan Pawlak (Rick Okon) als verdeckten Ermittler zum Kampftraining verdonnern - man hätte das Gefühl, das Dortmunder Kommissariat ist überbelegt. So aber verteilt es sich gut, zumal auch Hauptkommissarin Martina Bönisch (Anna Schudt) - von Faber eifersüchtig beäugt - als Lockvogel für den Oligarchen herhalten muss (oder besser gesagt darf, denn sie ist seinen Avancen durchaus nicht abgeneigt).
Was gefällt?
Faber bleibt Faber bleibt Faber. Aber auch er menschelt immer öfter - zeigt Sorge, Eifersucht, sogar ein kleines Lächeln, auch wenn er partout darauf besteht: "Ich kann gar nicht lächeln. Das gibt meine Gesichtsmuskulatur nicht her." Ein Kauz, dieser Kerl.
Was betrübt?
Diese Geschichte ist von Anfang an eigenartig. Sie wirkt unecht und konstruiert. Was den Fall angeht. Was die große Zahl an "gelangweilten Superreichen" in Dortmund angeht. Auch was die Figuren der Ermittler und ihre Beziehungen zueinander betrifft. Dalay ist zwar jung, aber kein Duckmäuschen - auch nicht gegenüber Faber. Dass Pawlak und Bönisch bei ihren verdeckten Ermittlungen nicht auffliegen, ist eigentlich undenkbar, so offensichtlich agieren sie teilweise. Und dass es, wie angedeutet wird, zwischen Bönisch und Faber erotisch knistert - no way! Das kauft den beiden keiner ab.