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Niederlage in Altach offenbarte: Die Austria-Offensive lahmt

SOCCER - BL, Altach vs A.Wien
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Austria geht mit einem Negativerlebnis in die Länderspielpause. In Altach setzte es zum wiederholten Mal in den vergangenen Saisonen einen Rückschlag.

Austria geht mit einem Negativerlebnis in die Länderspielpause. In Altach setzte es zum wiederholten Mal in den vergangenen Saisonen einen Rückschlag. Während das vormalige Schlusslicht nach dem 2:0-Heimerfolg den ersten Sieg vor heimischer Kulisse in dieser Saison auskostete, wurde ein Problemfeld bei den Wienern offensichtlich: die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive.

Zehn Tore in zehn Runden entsprechen nicht unbedingt der Ausbeute, die sich die Verantwortlichen der Violetten erwartet haben. Dies machten sowohl Trainer Thomas Letsch, als auch Sportdirektor Ralf Muhr klar. "Wir sind angetreten, auch mit der Transferpolitik, dass wir attraktiv sein wollen, Tore schießen wollen", sagte Muhr nach der Niederlage gegenüber "Sky". Ihm habe in Altach gefehlt, dass sich die Mannschaft klare Torchancen herausgespielt habe.

Dass die Austria erst nach Altachs erstem Treffer des späteren Doppeltorschützen Brian Mwila (55., 68.) Zug zum Tor aufnahm, sorgte bei Letsch für Ärger. "Das darf nicht sein", stellte der Deutsche klar. "Wir hatten zu wenig Torchancen. Wir haben insgesamt zu wenig Tore", betonte er darüber hinaus. Dass der Austria der vermeintliche Ausgleich durch einen Kopfball von Christian Schoissengeyr aberkannt wurde, sorgte für zusätzlichen Frust bei den Gästen. Schiedsrichter Christopher Jäger sah zuvor ein Foulspiel eines Austrianers.

Letsch stellte sich nach der vierten Saisonniederlage in der zehnten Runde dennoch vor die Mannschaft. Am Willen habe es nicht gelegen. "Die Mannschaft war heiß auf das Spiel", sagte er. Warum sich die Austria dennoch so schwertut, Tore zu schießen, wird das Betreuerteam in der Länderspielpause beschäftigen. Dass mit Bright Edomwonyi (2 Liga-Tore) und Alon Turgeman (1) zwei Stürmer verletzt fehlen, darf laut Muhr keine Ausrede sein.

"Wir haben genügend andere starke Offensivspieler", erklärte der Sportchef. Sein Kommentar zur bisherigen Torausbeute: "Das ist ungenügend." So läuft Kevin Friesenbichler auch nach seinem Erfolgserlebnis im ÖFB-Cup weiter seinem ersten Treffer in der Meisterschaft nach. In Altach kam der Mittelstürmer nicht wirklich zum Abschluss. Dasselbe gilt auch für Dominik Prokop. Christoph Monschein hat auch noch nicht angeschrieben. Gefährlichster Mann der Wiener ist Kapitän Alexander Grünwald mit vier Toren. Ebenfalls interessant: Vier der zehn Tore hat die Austria in einem Spiel (4:0 gegen Admira) geschossen.

In der Tabelle hatte die Niederlage für die Favoritner die Auswirkung, dass die Top-Drei vorerst außer Reichweite sind. Dass Platz vier gehalten wurde, war der überraschenden Heimniederlage des WAC zu verdanken. Altach gab die Rote Laterne des Letzten ab. Erstmals im Kalenderjahr 2018 gewannen die Vorarlberger zwei Ligaspiele in Folge und bewiesen damit einen Aufwärtstrend. Trainer Werner Grabherr sprach von einem Weg der kleinen Schritte. "Wir haben immer von Umbruch gesprochen, da muss man uns auch Zeit geben. Wer Ergebnisse fordert ist mutig, aber ein Stück von der Realität weg."

Einen Schritt nach vorne machte auch Aufsteiger Hartberg mit den ersten Auswärtspunkten in der Bundesliga. Die Steirer gehen mit neun Zählern in die Länderspielpause, nach der am 20. Oktober ein Heimspiel gegen Rapid wartet. "Die Mannschaft kann die Situation sehr gut einschätzen", versicherte Hartberg-Trainer Markus Schopp. "Sie hat trotz der ersten zehn Runden noch Luft nach oben."

Das gilt auch für den WAC, der nach einer der schwächeren Leistungen unter Neo-Trainer Christian Ilzer die zweite Heimniederlage in Folge hinnehmen musste - und das ausgerechnet im Duell mit dessen Ex-Club. Ilzer vermisste beim Tabellenfünften "elementare Dinge" wie Zweikampfbereitschaft und Laufarbeit. "Die Konsequenz in allen Bereichen hat gefehlt", kritisierte der WAC-Coach. "Es war von vorne bis hinten kein guter Auftritt von uns."