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Banksys geschreddertes "Girl with a Balloon" war jahrelang geplant

APA/AFP/TOLGA AKMEN
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Schon vor Jahren hat er in den Bilderrahmen einen Schredder eingebaut. Für den Fall, dass es jemals versteigert werden sollte.

Die Auktion des geschredderten Banksy-Bildes "Balloon Girl" wird das Auktionshaus Sotheby noch länger beschäftigen. Nachdem der Hammer fiel und das Bild für mehr als eine Million Euro den Besitzer gewechselt hätte, wurde es vernichtet. Der Graffiti-Künstler Banksy, dessen Identität ein Rätsel ist, veröffentlichte ein Video, in dem er zeigt, wie er den Rahmen manipulierte.

"Vor Jahren baute ich heimlich einen Schredder in eines meiner Gemälde, für den Fall, dass es jemals versteigert werden sollte", heißt es in dem Video. Er oder einer seiner Helfer filmte dann auch die Auktion. Kurz nachdem der Hammer fiel, wurde der Schredder aktiviert. Das bestätigt wiederum eine Aussage eines Sotheby-Mitarbeiters, der einen Mann mit einem "komischen Gerät" gesehen haben will, der kurz danach den Raum verließ.

Das Auktionshaus bezeichnete den Vorfall als "unerwartet". Doch es gibt Zweifel an dieser Darstellung. Kann das wirklich alles ohne das Zutun der Sotheby's-Mitarbeiter geschehen sein? War es reiner Zufall, dass das Bild als letztes Los verkauft wurde und einen sehr ähnlichen Preis erzielte wie der bisherige Rekord eines Banksy-Werks im Jahr 2008? Das Fachblatt "The Art Newspaper" hält es nicht für ausgeschlossen, dass Sotheby's-Mitarbeiter ihre Finger im Spiel hatten.

In einer Mitteilung zeigte sich Sotheby's beinahe amüsiert. "Es sieht so aus, als seien wir gerade gebanksyd worden", sagte Alex Branczik, Leiter der Abteilung für zeitgenössische Kunst in Europa bei Sotheby's. Mit der Aktion sei Geschichte geschrieben worden. Der "Financial Times" sagte er, Sotheby's sei im Gespräch mit dem überraschten Käufer, der sein Gebot per Telefon abgegeben hatte. Sollte es ihn tatsächlich geben, könnte er möglicherweise sogar erfreut sein: Medien spekulierten, der Wert des Werks könnte sich durch die Aktion erheblich erhöht haben. Eine Sicht, die Sotheby's-Experte Branczik teilt. "Man könnte argumentieren, dass das Werk jetzt einen höheren Wert hat, sagte er "The Art Newspaper" zufolge. Das Schreddern sei nun integraler Teil des Kunstwerks.

 

(bagre/APA/DPA)