Microsoft Update: Das Windows-Insider-Programm hat versagt

Das Windows Insider Programm hat seinen Zweck verfehlt.
Das Windows Insider Programm hat seinen Zweck verfehlt.REUTERS

Das Windows-Insider-Programm wurde eingeführt, um Testversionen auch in der Praxis zu testen - für Fehlermeldungen und Feedback. Das Experiment kann als gescheitert betrachtet werden.

Am 30. September wurde Windows 10 offiziell vorgestellt. Damit folgte auch der Startschuss für das Windows-Insider-Programm, mit dem sich Microsoft seinen Nutzern öffnete. Testversionen konnten so - zumindest in der Theorie - von einer großen Nutzergruppe getestet und auf Fehler untersucht werden. Gemeldet sollten diese über die Windows-Feedback-App werden. In der Theorie ganz nett, aber in der Praxis hat dieses Modell versagt. Nicht zum ersten Mal.

Microsoft musste im April dieses Jahres ein Update verschieben, weil ein Fehler übersehen wurde. Im Oktober wurde das Update mit bekannten Fehlern trotzdem ausgeschickt. Konsequenz: Viele User haben nach dem Update damit zu kämpfen, ihre Dokumente, Fotos und Musik wieder zu bekommen. Und das obwohl die Fehler bekannt waren. User haben bereits im Juni erstmals gemeldet, dass die Daten gelöscht werden.

Das Windows Insider Programm hat nun aber das Problem, dass alle Wünsche, Beschwerden und Fehlermeldungen in einen Topf an die Mitarbeiter kommen. Da kann es schwierig werden, das zu filtern. Es kann aber nicht sein, dass ein Software-Unternehmen wie Microsoft keine technischen Lösungen dafür hat, die tatsächlichen Fehlermeldungen herauszufiltern. Möglich ist vielmehr, dass sich die Mitarbeiter damit überhaupt nicht beschäftigen. Wie sonst konnte der Fehler, der bereits im Juni erstmals auf der Support-Seite gemeldet wurde, mehr als drei Monate ignoriert werden?

Was auch immer der tatsächliche Grund dafür ist, dass das Update mit dem Fehler zur Verfügung gestellt wurde, es zeigt, dass das Windows Insider Programm nicht hält, was es verspricht. Weniger als ein Prozent der Windows-10-Nutzer sind auch Insider. Somit könnte man sich das Programm gänzlich sparen und die Ressourcen für Qualitätssicherung verwenden, denn die scheint bei Microsoft gänzlich vernachlässigt zu werden.

Fragwürdiger Umgang mit dem Update-Problem

Auf Twitter fragt ein Nutzer, wie er herausfinden kann, ob seine Daten gelöscht wurden. Die Leiterin des Windows-Insider-Betaprogramms antwortet dazu: "Sofern Sie noch Daten im Dokumente-Ordner haben, ist nichts gelöscht". Das bedeutet wiederum, dass das Update aber auch alle privaten Daten löschen kann.

Endgültig verloren sind die Daten aber nicht. Microsoft-Mitarbeiterin Dona Sarkar empfiehlt, den Anruf bei der Support-Line. Auch dem Windows-Blog Neowin wird beschrieben, wie mit entsprechender Recovery-Software die Daten wiederhergestellt werden können. Denn die Daten werden zwar aus dem Dateiindex gelöscht, aber auf der SSD oder Festplatte nicht überschrieben.