Petition fordert Schweizer Flagge für Rettungsschiff "Aquarius"

Die "Aquarius 2" liegt im Hafen von Marseille und wartet auf einen neuen Flaggengeber.
Die "Aquarius 2" liegt im Hafen von Marseille und wartet auf einen neuen Flaggengeber.REUTERS

Panama entzog dem NGO-Schiff die Flagge. Nun gibt es in der Schweiz eine Initiative zur Nachfolge. Aber auch ein anderes Land brachte sich ins Spiel.

Tausende fordern, dass das Rettungsschiff "Aquarius" künftig unter Schweizer Flagge fährt - mindestens 25.000 Menschen haben eine entsprechende Petition unterzeichnet. Die Initiatoren überreichten der Bundeskanzlei in Bern am Dienstag eine Sammlung mit den Unterschriften, wie eine Sprecherin der Kanzlei bestätigte.

Auf der Online-Plattform Change.org hatte die Petition bis zum Nachmittag mehr als 23.000 Unterschriften.

Die humanitäre Tradition der Schweiz stehe auf dem Spiel, sagte Hauptinitiant Nicolas Morel. Die Unterschriften waren innerhalb von zwei Wochen zusammengekommen. Parallel haben vier Abgeordnete verschiedener Parteien die Regierung aufgefordert, zu prüfen, ob das Schiff unter Schweizer Flagge weiterfahren kann.

Das von der Hilfsorganisation "SOS Mediterranée" gecharterte und mit dem Verein "Ärzte ohne Grenzen" betriebene Schiff liegt in Marseille vor Anker. Es fuhr bisher unter der Flagge Panamas, doch hat die dortige Regierung die Registrierung aufgekündigt. Es ist eines der letzten privaten Schiffe, die im Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot rettet.

Türkischer Roter Halbmond bietet Hilfe an

Das Schiff könnte bald unter türkischer Flagge wieder in See stechen. Der Präsident des türkischen Roten Halbmonds, Kerem Kinik, erklärte am Dienstag, er habe den Betreibern der "Aquarius" angeboten, ihren Einsatz unter der Flagge der Türkei weiterzuführen.

Kinik betonte laut italienischen Angaben, dass die "Aquarius" in den vergangenen drei Jahren fast 30.000 Migranten im Mittelmeer gerettet habe. Das Schiff solle seinen Einsatz fortsetzen, meinte Kinik.

Die Regierung in Rom lässt keine privaten Rettungsschiffe mit Migranten mehr in die Häfen des Landes. Mehrere NGO-Boote wurden in den vergangenen Monaten tagelang auf dem Meer blockiert, nur noch ein Schiff der spanischen NGO "Proactiva Open Arms" ist derzeit vor Libyen unterwegs.

(APA/dpa)