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Handelskrieg könnte Weltwirtschaft um 1,9 Prozent bremsen

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Donald Trump und Xi Jinping steuern auf einen Handelskrieg zu.APA/AFP/NICOLAS ASFOURI

Laut WTO werde durch einen Handelskrieg vor allem Konjunktur die beiden wesentliche Player, USA und China, einbüßen.

Eine Eskalation der Handelskonflikte und wachsende geopolitische Risiken könnten zu abrupten Einbrüchen führen, schreibt der IWF in seinem Jahresbericht. Zuvor hatte bereits IWF-Chefin Christine Lagarde einen Wetterumschwung in der Weltwirtschaft prophezeit. Diese werde nicht mehr auf dem noch im Juli prognostizierten Niveau von 3,9 Prozent wachsen. Auch für die WTO könnte ein Handelskonflikt ausufern. Ein ausgewachsener Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China könnte das internationale Handelsvolumen nach Darstellung der Welthandelsorganisation um 17,5 Prozent nach unten ziehen. Die weltweite Wirtschaftsleistung könnte nach diesem Szenario im Durchschnitt um 1,9 Prozent belastet werden, sagte der Präsident der Welthandelsorganisation, Roberto Azevedo, am Mittwoch.

Azevedo nimmt derzeit an der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Nusa Dua (Indonesien) teil. Nach einer IWF-Berechnung leiden China und die USA selbst stark unter den Handelsstreitigkeiten. Bei den bis jetzt angekündigten Straf- und Sonderzöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 360 Milliarden Dollar (315 Mrd. Euro) sowie den angekündigten Zöllen auf Autos und Autoteile würde die US-Wirtschaftsleistung laut IWF um 0,9 Prozent, die Chinas um 0,6 Prozent sinken.

Der Handelskrieg sei noch in vollem Gange, sagte Azevedo. "Ich sehe nicht, dass wir bereits da sind", betonte er. Jedoch gebe es derzeit auch keine Signale, dass konstruktive Gespräche zwischen den USA und China stattfänden. Für Forderungen der USA und US-Präsident Donald Trump, Reformen des Welthandelssystems einzuleiten, zeigte sich der Brasilianer offen. "Das ist ohnehin im Gange", sagte er. Jedoch gebe es unterschiedliche Ansichten der WTO-Mitglieder.

 

(APA/dpa)