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Warum Paare getrennt schlafen sollten

(c) imago/Ikon Images (imago stock&people)
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Ein gemeinsames Schlafzimmer gilt für viele Paare als Selbstverständlichkeit, getrennte Betten als Tod jeglicher Romantik. Doch ein Bett zu teilen hat nicht immer Vorteile.

Von einer Seite auf die andere wälzen, schnarchen oder ständiger Toilettengang sind nur einige der Probleme, die eine gemeinsame Nachtruhe unmöglich machen. Dann kann es Sinn machen, im Schlaf getrennte Wege zu gehen, denn die nächtliche Unzufriedenheit breitet sich auch im Alltag aus.

Einen guten Ruf hat das freilich nicht, getrennte Betten oder Schlafzimmer gelten bei vielen als Zeichen, dass die Partnerschaft eingeschlafen ist. Dabei gibt es gute Gründe, die Schlafgewohnheiten nicht als Spiegel der Beziehung zu sehen. Zumal sich der Paarschlaf erst im Biedermeier Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt hat, also eine relativ junge Erfindung ist. Schlafen in der Gruppe war schon seit den Urmenschen die Regel.

Glaubt man der Studie "Geschlechtsunterschiede der inneren Uhr auf Umgebungsreize" aus dem Jahr 2007 von Verhaltensbiologe John Dittami und einem Forscherteam der Universität Wien, dann tickt die innere Uhr bei Frauen und Männern sowieso anders. Demnach schlafen Frauen ohne Partner besser, Männer hingegen mit Partnerin an der Seite.

Offen über die Probleme zu sprechen rät Hans Günter Weeß, Schlafforscher bei der Akademie für Schlafmedizin in Landau im Gespräch mit dem SWR: "Ich glaube, kein Partner möchte den anderen in seinem Schlaf stören, sodass er sich am Tage nicht wohlfühlt." 

Sechs Gründe für getrennte Schlafzimmer

1. Unterschiedlicher Einschlafrhythmus

Der eine kann nur bei fest geschlossenen Rollläden schlafen und bekommt vom gekippten Fenster einen Hexenschuss, der andere möchte vor dem Schlafengehen noch lesen oder fernsehen. Mit getrennten Schlafzimmern kein Problem.

2. Der Partner schnarcht

Starkes Schnarchen kann eine Beziehung belasten und den letzten Nerv rauben. Wenn Oropax nicht helfen, kann ein Betten- bzw. Zimmerwechsel ratsam sein.

3. Unruhiges Schlafverhalten

Ständiges Hin- und Herwälzen, lautes Schnaufen und vielleicht sogar sprechen im Schlaf macht eine gemeinsame Nachtruhe mitunter unmöglich.

4. Romantik entfachen

Wer auf Abstand geht bekommt wieder mehr Lust aufeinander, die gemeinsame Zeit zu zweit im Bett wird etwas ganz Besonderes. 

5. Wer besser schläft, lebt gesünder

Ein guter Schlaf ist für Körper und Geist essentiell. Wer auf den Partner keine Rücksicht nehmen muss und beim Schlaf keine Kompromisse eingeht, lebt gesünder.

6. Zeit für sich haben

Gerade wenn man Familie hat, gibt es selten Momente, in denen man ganz zur Ruhe kommen und den Kopf frei bekommen kann. Im eigenen Schlafzimmer ist das ungestört möglich. Auch Yogaübungen oder Hörbücher vor dem Schlafgengehen stören so niemanden.

 

(Red.)