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Vorerst doch keine Beißkorbpflicht für Kampfhunde in Wien

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APA/HERBERT NEUBAUER
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Die Wiener Grünen wollen die Maßnahme noch diskutieren, Stadträtin Ulli Sima ist aber "wild entschlossen", die Beißkorbpflicht durchzusetzen. Das 0,5-Promille-Limit und die Verschärfung des Hundeführscheins kommen wie geplant.

Die angekündigte Maulkorbpflicht für Listenhunde kommt vorerst doch nicht. Weil die Wiener Grünen bei dieser Maßnahme noch Diskussionsbedarf sehen, wird sie nicht Teil der angekündigten Tierschutznovelle sein, gaben SPÖ und Grüne in einer gemeinsamen Aussendung am Freitag bekannt. Für Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) ist der verpflichtende Maulkorb allerdings "alternativenlos".

"Wir werden uns zu diesem Thema noch externe Expertise holen und alle Aspekte beleuchten, um so zu einer guten Entscheidung zu kommen", wird Rüdiger Maresch, Tierschutzsprecher der Wiener Grünen, in der Aussendung zitiert. Die Maulkorbpflicht wird also nicht in der aktuellen Novelle enthalten sein.

"Hier gibt es leider keinen Konsens mit den Grünen", sagte Sima. Für sie ist der verpflichtende Maulkorb allerdings ein "unverzichtbares Kernstück" der Novelle. "Ich bin wild entschlossen, das durchzusetzen", betonte Sima. "Ich finde, das ist ein sehr emotionales Thema. Es ist ein Kind gestorben, weil eine Besitzerin ihren Kampfhund nicht unter Kontrolle hatte. Jede Maßnahme, die wir als Stadt dagegen setzen können, müssen wir setzen", befand sie.

Alkohol-Limit wird beschlossen

Der Rest der Novelle des Tierschutzgesetzes, die unter anderem eine Alkoholgrenze für Halter von Listenhunden von 0,5 Promille sowie eine Verschärfung des Hundeführscheins vorsieht, wird wie geplant am 25. Oktober im Landtag beschlossen. Betroffen von der Maßnahme sind 3.335 Listenhunde, die sechs Prozent aller in Wien gemeldeten Hunde (55.581) ausmachen. Von den 412 Hundebissen zwischen 2015 und heute wurden 16 Prozent von Listenhunden verursacht, hieß es in der Aussendung.

Widerstand gegen die kombinierte Beißkorb- und Leinenpflicht für Listenhunde kündigte am Freitag auch der Verein gegen Tierfabriken (VGT) an. Die Organisation startete eine Petition dagegen.

(APA)