Ein letzter Sommer noch, und dann war Schluss. Nach fast 19 unfallfreien Jahren fällt die Trennung von einem Haufen Metall, Glas, Kunststoffen und Gummi schwer. Aber ein Auto kann für Menschen mehr werden als nur das.

Mein Golf IV: Nach 19 Jahren am Ende der Straße

Er hat fast zwei Jahrzehnte gehalten und über 330.000 Kilometer auf dem Buckel. Im September war dann aber Schluss für unseren VW Golf Variant, Bj. 1999. Autos, die dich so lang begleiten, werden wahre Lebensgefährten. Ein ziemlich persönlicher Nachruf.

„Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer." (Michel de Montaigne, 1533–1592, französischer Philosoph und Essayist)

Es war vor langer Zeit an einem nasskalten, grauslichen Dezemberabend in Vorarlberg. Der Himmel war mondlos und schwarz, weißes Licht von Straßenlaternen schimmerte fahl über den menschenleeren Abstellplatz voller Autos, von nicht weit weg hörte man Verkehrsgeräusche und Reifenrollen auf feuchtem Asphalt, als er erstmals vor mir stand. Unergründlich schwarz, vorn chromsilbrig. Länglich, schlank und geduckt, wuchtig und elegant.

Ich strich mit der Hand über kaltes Blech, klopfte an feuchte Scheiben, sah ins düstere Innere, schlich eine halbe Stunde um das schwarze Ding herum, rauchte, schlenderte, als die Kälte durch die Jacke zu nadeln begann, zurück zur Wohnung, 200 Meter entfernt, und machte eine Weinflasche auf. So hatten wir einander kennengelernt. Damals. Bei einem VW-Händler in Feldkirch-Altenstadt. Im Dezember 1999. Vor fast 19 Jahren.

Nun ja, da kam er halt er
Nun ja, da kam er halt erFabry

Mein neuer Autolebensabschnittspartner war ein VW Golf IV, Langversion Variant. Okay, das war vielleicht mäßig fantasievoll, aber ich hatte schon 1992 als Student in Innsbruck einen kleinen IIer-Golf gekauft: Modell Rabbit, 70-PS-Benziner, Fünftürer, weiß, Schiebedach. Er kostete 176.000 Schilling (ca. 13.000 Euro) und war super. Er sah Wien, Graz, Slowenien, Deutschland, die Schweiz, die Weinwelten in der Wachau und an der Mosel, Luxemburg, Holland, Belgien, England, sogar Stonehenge.

Im Sommer 1999, bei etwa 140.000 Kilometern, wurde er jäh gebrechlich, fing an zu knirschen. Er hatte zuvor ein Dreivierteljahr an einem feuchten Flussufer parken müssen, das gefiel ihm wohl nicht.

Die beste Generation Golf? Ich vertickte ihn und unterschrieb zuvor im Oktober den Vertrag für den IVer-Variant (siehe Lexikon unten), 115-PS-Turbodiesel, Ausstattungslinie Highline. An der Heckklappe stand TDI, das D und I in Rot. Ein Diesel. Ja, natürlich! Man dachte sich nix dabei.

Der Variant IV war damals nagelneu und sah lässig aus, besser als der biedere Vorgänger der IIIer-Serie. Das lag etwa an der coolen Frontpartie mit den Mandelaugen und dem edleren Kühlergrill, der wuchtigen Motorhaube und den feiner fließenden Linien. Die Qualität war generell besser, VW hatte beim Vierer höhere Qualitätsstandards gesetzt, die Spaltmaße waren geringer, die Materialien besser, der Motor vibrationsärmer, es gab zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung. Auch innen hatte man sich um Eleganz und Sportlichkeit bemüht. Manche Autoauskenner sagen, der Vierer sei die beste, „rundeste" der seit 1974 sieben Golfgenerationen.

Günther, der Verkäufer, zeigte stolz Details, die für mich ein g'höriger Sprung nach vorn waren. Etwa Becherhalter vorn und hinten, mit Gel gepufferte Haltegriffe, die beim Loslassen nicht laut zurückschlugen, Schlüssel mit Fernsteuerung, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, die wegklappbare Armlehne/Ablage mittig. Da waren der Bordcomputer, die Klimaanlage, die spacige blaue Armaturenbeleuchtung. Die Farbe war damals, glaub ich, recht neu - und war es gewiss in der Regierung, Stichwort schwarz-blaue Koalition ab Februar 2000, was mir süffisante Kommentare eintrug. Die Sitzbezüge waren nämlich schwarz-blau. Und dann erst noch die brutal tönende Alarmanlage! Sie ging mir im Lauf der Jahre ein paar Mal unabsichtlich los.

Schwarz-blau, was haben wir gelacht...
Schwarz-blau, was haben wir gelacht...Fabry



Maschendrahtzaun! Oh Mann, 1999. Es gab noch keine Smartphones im heutigen Sinn, kein MacBook, das Internet war gerade erst in die breite Öffentlichkeit gelangt und langsam, Flachmonitore waren sauteuer. Printmedien machten den historischen Fehler und stellten ihre Inhalte gratis ins Netz. Man fürchtete sich vor dem „Millennium Bug", dem vielleicht die Welt lähmenden EDV-Datumsumstellungsproblem, wonach der Sprung von 1999 nicht auf 2000, sondern auf 1900 erfolgen und sich die EDV global aufhängen könnte. Klar, nix geschah.

Sonst war der Weltgeist entspannter, weniger empörungsaffin und aufgeregt, weniger hypersensibel und politisch korrekt (aber das Gift tröpfelte schon herein, wie man an einigen Fakultäten der Unis merkte). Es dauerte noch lang, bis jemand (a)soziale Medien in die Gegenwart spie. Mitte Dezember kam Stefan Raab mit „Maschendrahtzaun" auf Platz eins der Ö3-Charts und blieb dort wochenlang.

Leider war diese Zeit für mich wenig entspannt. Üble Dinge waren Monate zuvor unerwartet hereingebrochen ('ne blöde Frauengeschichte und andere Kalamitäten, sag ich nur). Ziemlich shitty Lebensphase. Egal. Als ich „'s Gölfle", so nannte ich den Wagen im alemannischen Diminutiv, am 3. Jänner 2000 abholen konnte, war er eine der wenigen Freuden im tristen Winter mit Nebel im Rheintal und Schneematschstraßen.

Das schmiedete das erste Filament eines Bandes, das uns zusammenhielt. Und zwar länger als erwartet, ja als gemeinhin üblich. Nämlich bis heuer im September. 18 3/Jahre. Als man die Fotos für diese Geschichte schoss, stand der Zähler bei 332.038 Kilometern.

Irgendwann siegt der nagende Zahn der Zeit.
Irgendwann siegt der nagende Zahn der Zeit.(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Danach folgten nur noch ein paar Dutzend. Klingt viel, ist aber im Weltvergleich wenig, bei dem man feststellen kann, dass Über-500.000-Kilometer-Pkw gar nicht so selten sind sind. Es gibt sogar einen Klub mit mehr als eine Million Kilometer-Wagen. Und ein heute 76-Jähriger aus dem US-Staat New York namens Irv Gordon hält den Meilenrekord für einen nicht gewerblich genutzten Wagen: Sein Volvo P1800S, Baujahr 1966, hatte (Stand zuletzt im Frühjahr 2017) nachweisbare mindestens 3,2 Millionen Meilen auf dem Buckel - das sind mehr als 5,1 Millionen Kilometer!

Ein normales Auto wie einen Golf, also keinen Oldtimer oder sonst ein Schmuckstück, so lang für den Alltagsgebrauch zu behalten, ist aber die Ausnahme (siehe unten „Statistik"). Freunde und Bekannte wechselten oft ein- bis zweimal pro Jahrzehnt ihre Hauptautos und sprachen mich spätestens ab etwa 2010 aufs Gölfle fast belustigt an. Mein Vater hatte von 1970 bis Mitte der 1980er drei Autos (Peugeot 504, Mercedes 200/W115, BMW 520). Laut einer deutschen Statistik von 2016 betrug die mittlere Haltedauer immerhin 9,2 Jahre, in den USA 11,6. Und von 2008 bis 2017 stieg das Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Pkw von 8,0 auf 9,3 Jahre. Zahlen für Österreich fanden sich leider nicht.  

Die australischen Vorbilder. Das zweite Filament des Bundes war die Typenwahl. Es gab Kumpel, die sich wunderten, wieso man als Neosingle eine Familienkutsche kaufte. Doch sie waren naiv, wenig vorausschauend, und quetschten sich in kleine 205er-Peugeots und so. Ich aber hatte zuvor in den 1990ern bei langen Reisen durch Australien „Station Wagons", also Kombis, gefahren: einen Holden Kingswood HK 1968 (Holden ist die australische Schwester von Opel, Vauxhall und Co.) und einen elendslangen Ford Falcon XC, Bj. 1976. Dass man darin einen halben Hausrat mitführen und ausgestreckt schlafen konnte, war genial. Also war klar, dass auf den IIer-Golf einmal ein größerer Schlitten folgen würde.

Mein Holden HK 68 Station, November 1991 in der Wüste Südaustraliens
Mein Holden HK 68 Station, November 1991 in der Wüste SüdaustraliensGreber

 

1992 folgte so ein Ford Falcon, und zwar ebenfalls in diesem seltsamen gelblich-beige
1992 folgte so ein Ford Falcon, und zwar ebenfalls in diesem seltsamen gelblich-beigePrivat

Ich hab's nie bereut. Ende 2000, beim Umzug nach Wien, kam das Gros meines Zeugs in nur einer Fahrt mit. Gölfle war (Ladeflächenlänge: 98 cm, bei umgelegter Rückbank 164 cm) bei weiteren Umzügen und sehr vielen Gelegenheiten wie ein Kleinlaster. Kästen, Fahrräder, Fernseher, Waschmaschinen, Baustoffe, lange Bretter, CD-Regale, Sperrmüll, no worries! Man half anderen Transportbedürftigen und hatte später auch als Familie nie (!) Probleme bei mehrwöchigen Urlauben, in denen man viel Zeug einkauft, und wenn's 60 Liter Most vom Bodensee, mehrere Kisten bayrischen Weißbiers oder ein ganzer Käselaib sind und die Gattin seufzt: „Das hat doch nimmer Platz!"

Der weinselige Geruch. Für Skier brauchte man nie eine Dachbox. Und konnte im Anzug zu Geschäftstreffen, Hochzeiten und Bällen vorfahren, ohne wie ein Waldarbeiter zu wirken. Dazu lag das Ding perfekt auf der Straße, fuhr bei forciertester Kurvenfahrt wie auf Schienen. Die 285 Newtonmeter drückten einen tüchtig in die Sitze, und nachdem mir einmal aus depperter Unwissenheit eine Flasche Sturm auf der Rückbank umgefallen war und selbige mit dem gärenden Saft eingeweicht hatte, bekam s' Gölfe auch noch einen weinseligen Odeur, der noch monatelang, ja über Jahre zu riechen war. 

Und so war's bald, als bilde sich eine Symbiose zwischen Mensch und Maschine. Etwas, was Leuten, für die ein Auto mehr ist als eine profane Von-A-nach-B-Fahrhilfe, nicht unbekannt sein wird. Man dankt dem Auto, wenn es einen über lange Strecken sicher befördert hat, von Wien nach Bregenz, von Bregenz nach Toulon, hinauf bis Dresden, Frankfurt, Amsterdam. Und man hat das Gefühl, es passt auf einen auf. Klingt seltsam, ist aber so.

Alles im Leben hat seinen Kilometerstand. So werden Autos zu quasi-humanen Lebensgefährten. Sie sind Rückzugsraum nach Stress und Ärger, mobile Partykeller nach freudigen Ereignissen. Man könnte ein Tagebuch anhand des Kilometerstands führen, im Guten wie im Schlechten.

Da war etwa die Hochzeit französischer Verwandter in den Alpen nahe Briançon bei 14.000 Kilometern. Wie hab ich 's Gölfle über die Pässe gejagt! Bei etwa 38.000 traf ich meine spätere Frau, im Flugzeug, und reiste monatelang durch Südamerika, während Gölfle rastete. Bei etwa 113.000 noch eine Franzosenhochzeit, bei Grenoble, und ein Wiedersehen mit meiner alten Tante und dem Onkel an der Côte d'Azur – es sollte das letzte sein. Bei etwa 77.000 km haben wir geheiratet, bei 133.000 fuhr unser erstes Kind in den Himmel, bei 202.000 fuhren wir ihr Brüderchen vom Geburtsspital stolz nach Hause. Ob Supertage oder Ärger, Willkommen oder Abschiede, neue Freunde oder Feinde, Gewinn oder Verlust: Alles hat seinen Kilometerstand.

Und nichts währt ewig. Juli 2009 (bei ca. 165.000 km) setzte erstmals der Turbo bei Überlast aus, erfing sich aber stets, wenn man den Motor neu startete. Ab 2010 wurden die Services merklich teurer. 2012 streikte der Motor total, hatte mit den Ventilen zu tun, und am Dach nahe der Windschutzscheibe war Rost. Die Reparatur war sauteuer, 4500 Euro. Wir erwogen erstmals, 's Gölfle abzustoßen, aber es hatte sich in mir tentakelhaft verhakt. Also zahlte ich.

Der ausgelatschte Turnschuh. Bald neue Defekte, das Beifahrerfenster verschwand mit einem Knall in der Türverkleidung, als ein Freund es öffen wollte. Vom Dach eines anfahrenden Sattelschleppers vor mir löste sich einmal eine große Eisplatte und krachte auf die Motorhaube, die Scheibe nur knapp verfehlend. Der Lkw entschwand, ich konnte ihm im Chaos an einer Kreuzung in Wien-Liesing zur Stoßzeit nicht folgen und auch die Nummer nicht aufschreiben, sie war jedenfalls aus dem Osten.

Vor zwei Jahren sagte dann meine Frau: „Also im Vergleich zu den Autos, die du für die ,Presse‘ testest, ist unser Golf ein ausgelatschter Turnschuh." Das fraß fortan in mir wie ein Wurm, aber 's Gölfle war hartnäckig.

Rost an der Heckklappe.
Rost an der Heckklappe.(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Heuer ging dann alles sehr schnell. Es krachte während einer Rückfahrt aus dem Skiurlaub in der Obersteiermark ungut aus Richtung Vorderradaufhängung. Rost nagte an mehreren Stellen, ein Fensterheber war kaputt, ein Segment der Rückbank ließ sich nicht mehr umklappen, etc. Zwei Kfz-Betriebe rieten von Reparaturen ab. Ich wehrte mich innerlich, kaufte aber als Interimsauto schon einmal einen gebrauchten Polo.

Wie eine Beerdigung. Der Tag des Abschieds, 28. September, eine Fahrt wie zu einer Beerdigung, zu einem Autohaus im Südosten von NÖ. „Wohl ausschlachten", hat's dort geheißen. Auf den letzten zehn Kilometern, die sich in mir einbrennen, quatscht ein Biologe auf Ö1 über Probleme der Nomenklatur von Lebewesen, Radio Stephansdom spielt etwas Bittersüßes, Schrammelartiges mit Geige und Gitarre. Die Bäume färben sich schon gelb, die Krautfelder sind abgeerntet, auf anderen wuchert der Senf. Die Sonne scheint. Um 13.20 Uhr stelle ich 's Gölfle ab, Kilometerstand: 332.106. Umgerechnet auf 18,75 Jahre sind das 17.712 km pro Jahr, mehr als der heimische Durchschnitt (siehe "Statistik").

Ich mach noch ein paar Fotos, drück dem Typen den Typenschein in die Hand und krieg nasse Augen, als er mir drei Hunderter reicht. Ein Mechaniker und ein Verkäufer machen große Augen, als sie auf dem Typenschein sehen, dass dieser Veteran wirklich aus Erstbesitz ist.

In den letzten 19 Jahren haben wir beide so einiges erlebt.
In den letzten 19 Jahren haben wir beide so einiges erlebt.(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Filme von Erlebnissen mit meinem alten schwarzen Freund fahren seither weiter durch meinen Kopf. Aber der Neue ist sehr okay. Sehr edel. Ein Franzose. Peugeot. Bon alors: Nach gesamt 26 Jahren Golf, also inklusive des weißen Vorgängers, darf man wohl einmal etwas anderes haben. Doch das ist eine andere Geschichte. Und s' Gölfle wird weiter in meinem Herz brummeln.

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Treten, treten, treten, da bildete sich sogar eine Grube
Treten, treten, treten, da bildete sich sogar eine GrubeDie Presse
Noch so ein Detail...
Noch so ein Detail...Fabry
Richtige Männer haben natürlich immer ein Klappzelt und einen großen Hammer dabei - harhar!
Richtige Männer haben natürlich immer ein Klappzelt und einen großen Hammer dabei - harhar!Fabry
Auch der Knüppel kriegt mit der Zeit etwas ab, nach ein paar Millionen Schaltvorgängen.
Auch der Knüppel kriegt mit der Zeit etwas ab, nach ein paar Millionen Schaltvorgängen.Fabry

 

 

Statistik

Die Haltedauer von Pkw lag laut einer deutschen Studie von 2016 bei 9,2 Jahren, in den USA bei 11,6. Von 2008 bis 2017 stieg das Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Pkw von 8,0 auf 9,3 Jahre.

Zulassungsjahr 2000.Fast 4,9 Millionen Pkw waren mit 31.12.2017 in Österreich laut Statistik Austria gesamt zugelassen (Zwischenbilanz vom August 2018: 4,97 Mio. Pkw). Davon waren 107.685 Jahrgänger des Golf IV Variant in dieser Story, was 2,2 Prozent entspricht.

Erstzulassung 2011 bei Pkw war Ende 2017 die häufigste, sie betraf 327.467Stück bzw. 6,7% des Bestands. 2017 gab es etwa 305.000 Neuzulassungen. Fast 195.000 Pkw waren noch vor 1994 zugelassen worden.

Der Kilometerschnittpro Jahr des Variant dieser Geschichte betrug 17.712 km. Das ist klar mehr als der Ö-Schnitt, wobei es dazu verschiedene Zahlen gibt. Laut Imas-Umfrage mit Zeitraum 2015/16 waren es 13.900 km. Der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) berichtete 2016 von 34 km/Tag, also 12.410/Jahr. Die Statistik Austria kam für 2015/16 auf 13.146km pro Erst-Pkw (Hauptauto) und 7190 pro Zweitauto.

Daten zum VW GOLF IV VARIANT

Der Golf IV wurde von 1997 bis 2003 als Kombilimousine gebaut, als Langversion (Kombi) namens Variant von 1999 bis 2006. Die Zahlenangaben sind etwas unklar: So heißt es bei Volkswagen, von 1997 bis 2003 habe man 4,92 Mio. Golf IV ausgeliefert. Laut anderen Angaben war das aber die Gesamtfertigung bis 2006 und seien etwa 800.000 davon Variants gewesen. Außerhalb Europas (Süd- und Nordamerika, China) wurde die Viererserie noch länger gebaut bzw. verkauft.

Die Variant-Versionen des seit 1974 gebauten VW Golf gibt es erst seit 1993, auch unter Namen wie Golf Estate (UK), Golf SW (Frankreich), Golf Sportwagen (USA) und Vento Variant (Argentinien). In der Viererserie waren sie 4,4 bis fast fünf Meter lang und mit 68 bis 130 PS motorisiert (stärkere Motoren bis sogar 204 PS gab es in der noblen Subvariante VW Bora Variant, die allerdings floppte).

Das „Gölfle“ des Autors: 1.9-Liter-TDI, 115 PS, 4 Zylinder, Pumpe-Düse-Einspritzung, 285 Nm Drehmoment, Vmax: 195 km/h. Von null auf 100 in 11,1 Sek., 6-Gang manuell. Verbrauch lt. Werk: 5,3 l/100 km (real 6,3), CO2-Emission: 143 g/km. Masse leer: 1343 kg, Länge: 4,4 m, Breite: 1,75 m, Wendekreisdurchmesser: ca. elf Meter. Kaufpreis 1999: 300.000 Schilling (21.800Euro). September 2018 verkauft um 300Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2018)