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Managementwahnsinn - Wahnsinnsmanagement

Was das kommende asiatische Jahrhundert für Ihr Unternehmen bedeutet

(c) Pixabay
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Kolumne "Hirt on Management". Folge 84.

In unserer Rubrik „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach und Keynote Speaker alle zwei Wochen Fragen von Managern zu herausfordernden Situationen und kritischen Entscheidungen.

In den letzten Jahren hört man viel über das kommende asiatische Jahrhundert. Worum geht es dabei und was bedeutet das für Unternehmen in Europa?

Der profunde Asienexperte Karl Pilny ist dieser Fragestellung in seinem neuen Buch „Asia 2030. Was der globalen Wirtschaft blüht“ nachgegangen. Hier ein paar seiner Schlüsselaussagen, die auf seine über 20-jährige Erfahrung in der Arbeit mit und in Asien beruhen:

  1. 2030 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Asien leben. Der asiatische Kontinent setzt sich als Technologiechampion weltweit an die Spitze - beschleunigt von der „Neuen Seidenstraße“, einem der ehrgeizigsten Infrastrukturprogramme in der Geschichte der Menschheit.
  2. Im 21. Jahrhundert wird Asien, insbesondere China, eine weltweit führende Position einnehmen.
  3. Europa hat, wenn es seine Karten richtig spielt, ausgezeichnete Chancen, gemeinsam mit Asien, den mit Abstand weltweit größten Handelsraum zu bilden.
  4. Dieser Handelsraum, der Europa, einschließlich Russland, mit Zentralasien und anderen asiatischen Ländern verbindet, und den Pilny „Eurasia“ nennt, bietet die Möglichkeit größere europäische Unabhängigkeit von den USA zu erlangen.
  5. Der Schlüssel für den Erfolg ist, die Kooperation und Konnektivität zwischen Europa und Asien in den nächsten Jahren massiv zu fördern.

Für europäische Unternehmen bedeutet diese Entwicklung unmittelbar und konkret aus meiner Sicht folgendes:

  1. Falls es Europa wirklich schafft, sich auf den Weg zu machen, um mit Asien, auf Augenhöhe, Schritt für Schritt vertiefend zu kooperieren, dann sollte Ihr Unternehmen möglichst früh dabei sein, um zu sehen, wie es mit seinen Produkten und Dienstleistungen dazu beitragen und davon profitieren kann.
  2. Unternehmen, die groß genug sind, um Wettbewerb und Rahmenbedingungen mit zu gestalten, sollten sich ab sofort intensiv einbringen, um Politik und Gesellschaft zu beeinflussen, auf Asien (im weiteren Sinne) mit mutigen, pragmatischen Schritten, vorurteilsfrei zu zu gehen.
  3. Innovation in allen vier Dimensionen (Produkte & Dienstleistungen, Prozesse, Geschäftsmodelle, Managementmethoden) muss Priorität haben, damit die europäischen Unternehmen etwas Konkretes haben, mit dem sie an den Verhandlungstisch mit Asien kommen können.
  4. Dazu muss sichergestellt sein, dass unser Ausbildungssystem, bzw. unser Einwanderungssystem, uns vorurteilsfrei ermöglichen, die besten Köpfe und Hände zu „produzieren“ oder ins Land zu holen. Wo immer möglich, müssen die Unternehmen dort aktiv werden, wo der Staat dabei scheitert.

Das Wichtigste in Kürze

Falls es Europa wirklich schafft, sich auf den Weg zu machen, um mit Asien, auf Augenhöhe, Schritt für Schritt vertiefend zu kooperieren, dann sollte Ihr Unternehmen möglichst früh dabei sein, um zu sehen, wie es mit seinen Produkten und Dienstleistungen dazu beitragen und davon profitieren kann.

In „Hirt on Management“ beantwortet Michael Hirt, Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor alle 2 Wochen Fragen von ManagerInnen zu herausfordernden Situationen und kritischen Managemententscheidungen.

Schicken Sie Ihre Fragen an Michael Hirt an: karrierenews@diepresse.com

Die Fragen werden anonymisiert beantwortet.

Ausblick: Die nächste Kolumne von Michael Hirt erscheint am 8. November 2018 zur Frage: Was Sie an der Harvard Business School lernen: Wie Sie das Beste aus Ihren verschiedenen Kundenarten heraus holen

 

Hier finden Sie die gesammelten Kolumnen.

Dr. Michael Hirt, geboren 1965 in Wien, ist Managementexperte und -berater, Executive Coach, Keynote Speaker und Buchautor. Hirt verhilft Führungskräften zu schnellen Leistungs- und Ergebnissteigerungen, mit hoher Auswirkung auf den Erfolg ihres Unternehmens. Er studierte in Österreich, Kanada (McGill) und Frankreich (INSEAD MBA) und ist weltweit tätig.

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