Dominik Schiener: „Manchmal musst Du alles riskieren“

Die Presse

Wenn Dominik Schiener von sich selbst behauptet, so gar nicht risikoavers zu sein, dann sagt er das mit gutem Grund: Mit 13 Jahren begann er sich als Hacker seine ersten Sporen zu verdienen, noch bevor er volljährig war, verkaufte er sein erstes Unternehmen.

Vor drei Jahren begann Schiener mit drei Kollegen die Distributed-Ledger-Technologie Iota zu entwickeln. Nun war der 22-jährige Südtiroler im Rahmen der Gesprächsreihe "Distinguished Guests", bei der die "Presse" Medienpartner ist, im Management Center Innsbruck MCI zu sehen und zu hören. Dort stellte er sich den Fragen von Moderator Gerald Hörhan, Gründer und CEO der Investment Punk Academy, und jenen des Publikums.

Vergiss das Silicon Valley

Iota, das ist eine Blockchain-ähnliche Lösung für die Machine-to-Machine-Bezahlung (M2M), also für Services mit Micropayments im Internet of Things (IoT). Hinter diesem „neuen digitalen Ökosytem“ wie Schiener es beschreibt, steht eine von ihm in Deutschland gegründete Stiftung. Schiener versteht Iota als bewussten Kontrapunkt zum Silicon Valley. Die dortigen Freemium-Plattformen würden die Daten der Nutzer verkaufen, den Nutzern aber keine Stimmrechte einräumen, wie er darlegte.

Anders Iota, das garantiere, dass Daten nicht verändert werden, freien Wertetransfer und Smart Business Models ermögliche, etwa „Zahlungen von Privatpersonen an andere Privatpersonen – und das ohne Spesen“. Eine Entwicklung, wie Schiener einräumt, die Banken für viele Dienste obsolet mache. Dass Maschinen Maschinen für ihre Dienste ganz ohne menschliches Zutun bezahlen, sei ebenfalls zum Greifen nahe.

Wichtig sei, die großen Player zu überzeugen, sich an diesem Ökosystem zu beteiligen. Noch aber gehe es auch darum, am Reifegrad des Systems zu arbeiten – 90 Mitarbeiter sind damit derzeit beschäftigt.

100 Prozent fokussiert

Um dieses Ziel zu erreichen, „musst Du zu 100 Prozent fokussiert sein“, sagt Schiener.  „Manchmal musst Du alles riskieren.“ Er tat es, war mehrfach am Scheitern, aber so wie es aussieht, scheint sich das Risiko zu lohnen.

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