Michael Wenzel setzt im Weingarten in Rust auf Stockkultur, die im 19. Jahrhundert üblich war. So soll der Furmint mehr aus dem Boden herausholen.
Michael Wenzel als geschichtsinteressiert zu bezeichnen wäre eine Untertreibung. Fragt man den Winzer aus Rust nach seinem Zugang zum Weinmachen, dauert es nicht lang, und er landet bei der Geschichte: egal, ob es sich dabei um jene der autochthonen Rebsorte Furmint handelt, oder um die Stockkultur, die im 19. Jahrhundert üblich war und nun in Wenzels Weingarten wieder eingesetzt wird. Oder aber um das familiäre Weingut, das seit 1647 besteht, in zwölfter Generation geführt wird und für einige Innovationen (etwa die erste Flaschenabfüllung) verantwortlich ist.
„Wir sind kein moderner Betrieb, wir arbeiten sehr handwerklich und bewirtschaften den Weingarten biologisch“, sagt Wenzel, kurz nachdem er das Hoftor auf der Ruster Hauptstraße geöffnet hat und sogleich einen kleinen Vortrag über die Geschichte des Hofs, der Weinregion und auch ganz generell des Burgenlands begonnen hat. Er sei zwar ein Mensch, der gern nach vorn schaue, aber man müsse die Wurzeln kennen, um zu verstehen, meint Wenzel und führt in den Hof.