Streit um Brauerei-KV: "Bier könnte schon bald knapp werden"

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Die Gewerkschaft ist in den stockenden Kollektivvertragsgesprächen mit dem Angebot der Bier-Branche alles andere als zufrieden - und warnt schon vor einer möglichen Bierknappheit.

Wie bei den Metallern gärt es auch beim Brauerei-KV. Die Brauerei-Mitarbeiter schäumen und haben Betriebsversammlungen beschlossen, denn die Arbeitgeber "bieten nur ein Prozent mehr Lohn und Gehalt", teilte die Gewerkschaft PRO-GE am Dienstag mit und warnte vor einer möglichen Bierknappheit, denn Kampfmaßnahmen sind möglich.

Die vierte Verhandlungsrunde blieb am Montag ergebnislos. "Die Fronten sind verhärtet", so die Gewerkschafter. Sie fordern vier Prozent mehr Lohn/Gehalt, bei einer Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden täglich sollen etwa sämtliche Pausen bezahlt werden. Wie bei den Metallern wird auch ein 100-Prozent-Zuschlag für die 11. und 12. Arbeitsstunde verlangt.

"Trotz eines Entgegenkommens des Verhandlungsteams der Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp ist ein faires Verhandlungsergebnis bei den Arbeitszeitforderungen und Einkommenserhöhungen weiterhin nicht in Sicht", kritisieren die Arbeitnehmervertreter. "Daher werden noch vor der nächsten Verhandlungsrunde am 16. November Betriebsversammlungen einberufen, um über die weitere Vorgangsweise zu beraten und um mögliche Kampfmaßnahmen zu beschließen."

"Ein klarer Affront"

Das Ein-Prozent-Angebot sei "ein klarer Affront gegen die rund 3500 Beschäftigten und völlig inakzeptabel", sagen die beiden Arbeitnehmer-Verhandlungsleiter Anton Hiden (PRO-GE) und Bernhard Hirnschrodt (GPA-djp). "Die Braubranche hat ein Rekordjahr hinter sich. Teilweise waren sogar zu wenige Gebinde vorhanden, so gut lief das Geschäft."

Nun wird mit "gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen" gedroht, "sollten die Arbeitgeberverhandler weiterhin einen fairen Abschluss blockieren". Gefordert werden "seriöse sozialpartnerschaftliche Verhandlungen: Sonst könnte schon bald das Bier knapp werden." Sollte es so weit kommen, seien die Arbeitgeber dafür verantwortlich, so Hiden und Hirnschrodt.

(APA)