Osteuropa rüstet rasant auf

Archivbild: Polnische Soldaten bei eiener Nato-Übung
Archivbild: Polnische Soldaten bei eiener Nato-Übung(c) Getty Images (Sean Gallup)
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In der Ost-EU explodieren die Rüstungsetats, während im Westen nur zögernd aufgerüstet wird. Die Gründe: Putin, Trump und veraltete Waffenarsenale.

Die Europäer, so heißt es derzeit oft, geben im Rahmen der Nato zu wenig Geld aus für das Militär. Für den Osten Europas stimmt das kaum: Seit Beginn der Ukrainekrise 2014, besonders aber seit 2017 explodieren dort die Verteidigungshaushalte.

Das Friedensforschungsinstitut Sipri ermittelte für 2017 1,7% mehr Militärausgaben in Westeuropa (mit Österreich und Deutschland), aber 12% mehr Rüstungsausgaben in „Mitteleuropa“, womit die Ost-EU und der Westbalkan gemeint sind. Die herkömmlichen Medien sind darauf bislang kaum aufmerksam geworden, aber in den Fachmedien ist es ein großes Thema: Bereits seit vier Jahren wachsen die Militärhaushalte der Ostmitteleuropäer deutlich schneller als die in Westeuropa. Insgesamt machen die Militärausgaben der neuen EU-Mitglieder mit rund 25 Milliarden Dollar immer noch nur etwa 10 Prozent der gesamten Ausgaben für Rüstung in der EU aus, aber die Gewichte verschieben sich langsam.

Die beiden Schwergewichte in der Region sind Polen und Rumänien. Letzteres verzeichnete 2017 die prozentual größte Erhöhung seines Rüstungshaushaltes weltweit. Von etwas mehr als zwei Milliarden Dollar erhöhte Rumänien seinen Militäretat 2017 schlagartig auf mehr als vier Milliarden und erreichte damit fast die von der Nato geforderten zwei Prozent des BIP für die Streitkräfte. Polen gab 2017 zehn Milliarden Dollar für die Streitkräfte aus, 2018 dürften es gar 12 Milliarden werden – eine Steigerung von 20 Prozent. Damit wäre auch Polen bei den von der Nato vorgesehenen zwei Prozent des BIP für Militärausgaben. Bis 2030 will das Land gar 2,5% erreichen.

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