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Nudeln ohne Nudelwasser

Ein Topf - viele Möglichkeiten: One-Pot-Pasta
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Der Gegentrend zum langen In-der-Küche-Stehen: die One-Pot-Pasta.

Mehr als 40.000 Mal findet es sich auf Instagram: Unter dem Hashtag #onepotpasta zeigen Menschen Nudelgerichte, bei denen sie einen (zumindest scheinbar) fundamentalen Schritt ausgelassen haben, nämlich: die Nudeln in Salzwasser zu kochen. Bei der sogenannten Ein-Topf-Pasta kommen alle Zutaten auf einmal ins Reindl – Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Pasta und so weiter. Und ergeben dann angeblich ein großartiges Essen – das sagt jedenfalls Martha Stewart.

Die US-amerikanische Fernsehköchin hat die One-Pot-Pasta vor inzwischen fünf Jahren zum Trend gemacht. Kaum ein Foodblogger, der nicht irgendwelche Zutaten in den Topf warf, um sie dann gemeinsam mit den Nudeln zu verkochen. Das spare nicht nur beim Abwaschen (kein zweiter Topf, ja nicht einmal ein Nudelsieb), sondern auch bei der ach so knappen Zeit, immerhin ist das Gericht in neun Minuten fertig. Insofern ist die Ein-Topf-Pasta gewissermaßen der Gegenentwurf zu einem anderen Trend der vergangenen Jahre – nämlich dem zum (bewussten) In-der-Küche-Stehen, inklusive des entsprechenden Zeitbudgets.

Idee aus Italien. Um nicht von den Pastapuristen Banausin geschimpft zu werden, verortete Stewart die Ursprünge des Rezepts auch noch in der Heimat der Pasta. „Das Rezept ist inspiriert von einem Gericht, das eine unserer Köchinnen in Apulien, Italien, probierte“, schreibt Stewart: In der winzigen Küche des kleinen Restaurants von Matteo Martella in Peschici habe Martellas Mutter die Pasta so zubereitet.

Die Nudeln direkt mit den anderen Zutaten zu kochen, habe man zunächst auch „radikal“ gefunden – inzwischen gehöre das Gericht zu denen, die man immer gern aus dem Ärmel schüttle, nicht zuletzt wegen der sämigen Sauce, zu der die Stärke der Nudeln wird.

Die Menge an Flüssigkeit ist dabei klarerweise zentral. Und der Punkt, bei dem mit der Methode einiges schiefgehen kann – von harten bis zu komplett matschigen Nudeln. Bei Martha Stewarts Originalrezept für die One-Pot-Pasta, die damals übrigens noch One-Pan-Pasta hieß, kommt auf 340 Gramm Nudeln ziemlich genau ein Liter Wasser: viereinhalb amerikanische Cups.

Italien-Bezug hin oder her: Manchen geht das gehypte Rezept übrigens trotzdem gegen den Strich: „Nur, weil Martha Stewart es macht, heißt das nicht, dass man es nachmachen sollte“, lautet eine Kritik im Internet: Denn Nudeln würden zur raren Kategorie jener Speisen gehören, die bereits perfekt seien. Ganz ohne daran herumzuwurschteln.

Rezept: One-Pot-Pasta

Zutaten für vier Portionen:

340 Gramm Linguini
340 Gramm Kirschtomaten, halbiert
4 Knoblauchzehen, in Scheibchen
1 Zwiebel, in feinen Ringen
2 Zweige Basilikum
2 EL Olivenöl
1 Liter Wasser (viereinhalb US-Cups)
2 TL Salz
¼ bis ½ TL Chiliflocken
Parmesan zum Servieren

Zubereitung: Alles außer Parmesan gemeinsam in einen Topf geben. Bei starker Hitze zum Kochen bringen. Kochen lassen, dabei regelmäßig umrühren, bis die Pasta al dente ist und das Wasser fast ganz verkocht ist, etwa neun Minuten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Parmesan servieren.

Rezept nach marthastewart.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2018)