Andritz wird an der Börse abgestraft

Andritz-Chef Wolfgang Leitner
Andritz-Chef Wolfgang LeitnerAPA/HERBERT NEUBAUER

Dem Grazer Anlagenbauer Andritz machen höhere Kosten bei einzelnen Projekten und ein schwächeres Wasserkraftgeschäft zu schaffen. Die Aktie verliert mehr als sieben Prozent.

Trotz höherer Erlöse schrumpfte der operative Gewinn (Ebita) im dritten Quartal um 13,1 Prozent auf 85,9 Millionen Euro, wie das Grazer Unternehmen Andritz am Dienstag mitteilte. Begründet wurde der Rückgang mit Kostenüberschreitungen bei einzelnen Projekten im Bereich Metals, wo Andritz komplette Linien für die Herstellung und Weiterverarbeitung von Kaltband herstellt. Darüber hinaus setzte dem Unternehmen auch eine maue Entwicklung im Geschäftsbereich Hydro zu. Andritz baut in diesem Bereich unter anderem Turbinen und Generatoren für Wasserkraftwerke.

Unter dem Strich ging der Gewinn um 4,4 Prozent auf 56,4 Millionen Euro zurück. Der Umsatz kletterte hingegen um 5,4 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich um 9,5 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr erwartet Andritz-Chef Wolfgang Leitner weiterhin eine stabile Umsatzentwicklung. Die Rentabilität (Ebita-Marge) werde jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert liegen, kündigte der Konzern an. Begründet wurde dies mit einer im vierten Quartal gebildeten Rückstellung von gut 20 Millionen Euro für Restrukturierungsschritte bei der Tochter Schuler und im Geschäftsbereich Hydro. Bereinigt um diesen Sondereffekt werde die Ebita-Marge nahezu das Niveau des Vorjahres erreichen. 

Der Auftragseingang von zusammen gut 6,2 Milliarden Euro in den abgelaufenen vier Vierteljahren sei ein "solider Arbeitsvorrat für das kommende Geschäftsjahr", betonte Leitner. Die Integration der heuer erworbenen Firmen - vor allem von Xerium Technologies - sowie selektive Kostenanpassungsmaßnahmen in einzelnen Geschäftsfeldern seien die wesentlichen Fokusthemen für die kommenden Monate. Den Erwerb des US-Papiermaschinenzulieferers Xerium lässt sich Andritz nach früheren Angaben - inklusive Übernahme der Nettofinanzverbindlichkeiten von rund 590 Millionen Dollar - etwa 833 Millionen Dollar kosten. Die weltweit nach früherem Stand über 2.800 Mitarbeiter von Xerium sind in der nun veröffentlichten Andritz-Mitarbeiterzahl von 26.397 per Ende September noch nicht enthalten.

Anleger sind mit diesen Neuigkeiten gar nicht zufrieden. Die Andritz-Aktie startete am Dientag mit Abschlägen von mehr als sieben Prozent auf 41,84 Euro in den Handel. Schon am Montag hatte es ein Minus von 3,27 Prozent gegeben.