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Salzburgs große Schlussoffensive

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Red Bull Salzburg besiegte die Wiener Austria 2:0. Der kampfbetonte Schlager bot lange Zeit magere Kost, dann aber zeigte der Meister eine Willensleistung.

Beinahe hätte die Wiener Austria gegen Ligakrösus Salzburg einen Achtungserfolg eingefahren. Doch in den letzten zehn Minuten dieses Bundesliga-Schlagers in der Generali Arena erhöhte der Serienmeister das Tempo: In Minute 81 gab Xaver Schlager den ersten Torschuss der gesamten Partie ab, ein noch harmloser Kopfball, der Austria-Schlussmann Patrick Pentz genau in die Hände segelte. Dann aber folgten Torszenen im Minutentakt, ehe Schlager nach Pentz-Abwehr zum Siegtreffer ins leere Tor einschoss (87.) und Takumi Minamino mit einem Sololauf den 2:0-Endstand besorgte (94.).

„Die Austria hat das gut gemacht, sie hat das Zentrum dicht gemacht“, meine Torschütze Schlager. „Aber wir haben nicht aufgegeben und die Partie souverän heimgespielt.“

Spielerisch war auf beiden Seiten zuvor wenig geglückt, vor allem Hälfte eins war eines Schlagerspiels unwürdig. Austria-Sportdirektor Ralf Muhr sprach von „bescheidenem Unterhaltungswert“. Aufreger und zugleich Highlight der ersten Halbzeit war eine Rudelbildung, nachdem Salzburgs Munas Dabbur und Austrias James Jeggo aneinandergeraten waren (31.). Schiedsrichter Schörgenhofer aber bewahrte Ruhe.

Auch Salzburg, das sich zuletzt beim 5:2 in der Europa League in Trondheim in bester Torlaune präsentiert hatte, vermochte mit insgesamt 65 Prozent Ballbesitz lange nichts anzufangen. Zlatko Junuzovic, dieses Mal von Beginn an aufgeboten, konnte im Spielaufbau kaum Akzente setzten, seine gefährlichste Aktion, ein Kopfball, halb Abschluss, halb Hereingabe, wurde von Austria-Goalie Pentz entschärft (76.). Davor und danach erntete der Ex-Austrianer Pfiffe der violetten Fans.

Erst der eingewechselte Minamino, Dreifach-Torschütze beim Torspektakel in Norwegen und nun auch in Wien mit einem Tor und einer Vorlage Matchwinner, brachte Schwung.

"Sind bestraft worden"

Bei der Austria hatte man sich ohnehin auf das Umschalten und Kontern verlegt. Wegen individueller Fehler und mangelnder Passgenauigkeit war aber auch dieses Unterfangen aussichtslos. Salzburg-Coach Marco Rose hatte seinem Gegenüber Thomas Letsch im Vorfeld zwar noch „gute Arbeit“ bescheinigt, im Ballbesitz aber erwiesen sich die Wiener einmal mehr harmlos und fehleranfällig.

Ging es doch einmal flott nach vorne, wie durch den eingewechselten Lucas Venuto (57.) oder Maximilian Sax (59.), fehlte die Konsequenz oder der viel zitierte letzte Pass. So blieb die Austria ohne Torschuss und wartet seit fünf Ligapartien auf einen Sieg. Trainer Letsch ist aber weiterhin unumstritten bei der Klubführung. Sportchef Ralf Muhr sagt: „Es hat vor dem Spiel keine Trainerdiskussion gegeben und es gibt auch nach dem Spiel keine.“

Auf der Gegenseite feierte Marco Rose in seinem 50. Bundesligaspiel auf der Salzburger Trainerbank seinen 37. Sieg.

(joe)