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Thiems Angstgegner schlägt zurück

TENNIS-GBR-ATP-FINALS
So sehr sich Dominic Thiem beim Return auch mühte, gegen Kevin Anderson fand er einfach nicht den richtigen Schlag.APA/AFP/GLYN KIRK
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Tennis. Dominic Thiem steht nach dem 3:6, 6:7 gegen Kevin Anderson bei den ATP Finals mit dem Rücken zur Wand. Heute greift Oliver Marach ins Geschehen ein – und sinnt auf Revanche.

London. Angetreten ist Dominic Thiem mit dem Ziel Halbfinale. Dafür braucht es beim Modus der ATP World Tour Finals in London in der Regel zwei Siege in den drei Gruppenspielen. Den Auftakt aber hat der Niederösterreicher schon einmal verloren, 3:6, 6:7 (10) gegen Kevin Anderson, gerade, als es den Anschein hatte, er hätte seinen einstigen Angstgegner nach zuvor zwei ohne Satzverlust gewonnenen Duellen (darunter im Achtelfinale der US Open) einigermaßen in den Griff bekommen. Angesichts der beiden weiteren Gruppengegner, Roger Federer und Kei Nishikori, ist der Traum vom Halbfinale beim Showdown der besten acht Profis des Jahres in weite Ferne gerückt (die Top zwei jeder Gruppe steigen auf).

Anderson schlug in der O2-Arena eindrucksvoll zurück und verbesserte seine Bilanz gegen Thiem auf 7:2. Nach einem frühen Break im zweiten Aufschlagsspiel war Satz eins eine klare Angelegenheit für den stark aufspielenden 32-jährigen London-Debütanten. Durchgang zwei wurde erst im Tiebreak entschieden, hier hatte Anderson mit drei Assen in Folge das bessere Ende für sich.

Die flotten Bedingungen, langsamer als zuletzt beim Masters in Paris, schneller als noch in Wien, spielten dem Südafrikaner in die Karten, Thiem gewann nur 16 Punkte bei Aufschlag des 2,03-m-Mannes, während sein eigener Service erst im zweiten Satz auf Touren kam (insgesamt 58 Prozent erste Aufschläge im Feld).

Thiem läuft Gefahr, bei seiner dritten London-Teilnahme in Folge mit einer ähnlich mageren Ausbeute wie in den vergangenen beiden Jahren abzureisen, als es jeweils nur zu einem Round-Robin-Sieg gegen Gael Monfils (2016) und dem nachnominierten Pablo Carreno Busta (2017) reichte. Noch aber ist dank des Gruppen-Modus das Halbfinale möglich. „Aber es wäre auch kein Weltuntergang, wenn ich es nicht schaffe, weil dann hätte ich Partien gegen ganz starke Gegner verloren. Das wäre nicht so bitter, wie wenn ich bei einem Grand Slam früh ausscheide“, meinte der 25-Jährige.

Marachs große Revanche

Während Thiem am Dienstag wieder im Einsatz sein wird, greift heute Oliver Marach ins Geschehen ein. Der 38-jährige Steirer und sein kroatischer Partner Mate Pavić sind das topgesetzte Doppel in London, längst steht auch fest, dass sie das Jahr 2018 als Nummer eins der Doppel-Weltrangliste beenden werden. Doch das Duo ist nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Der 25-jährige Pavić hatte sich vor eineinhalb Wochen in Paris eine Bauchmuskelverletzung zugezogen. „Die Trainings waren okay, vom Service her ist es noch nicht hundertprozentig. Ich glaube, dass es passen wird“, meinte Marach.

Gegner heute sind die beiden Franzosen Pierre-Hugues Herbert/Nicolas Mahut (13 Uhr, Mesz). Es folgen Duelle mit Lukasz Kubot/Marcelo Melo (POL/BRA) und dem US-Duo Mike Bryan/Jack Sock. „Als ich das gesehen habe, habe ich gedacht, die haben alle zusammengewürfelt, gegen die wir heuer verloren haben“, sagt Marach zur Auslosung. Der Auftakt gegen Herbert/Mahut ist die Neuauflage des French-Open-Endspiels, in dem Marach/Pavić unterlegen waren. Auch im Finale von Rotterdam im Februar waren die Franzosen siegreich. Gegen Kubot/Melo setzte es zuletzt in Asien zwei klare Niederlagen.

Man wisse zwar, dass man als Nummer eins gesetzt ist, aber das sage bei so einem Feld eben gar nichts, meint Marach, der bereits zum vierten Mal in London mit dabei ist. Das erste Ziel sei es, diese schwierige Gruppe zu überstehen. „Und dann ab dem Semifinale ist natürlich alles möglich“, sagt der Australian-Open-Sieger. „Sicher ist der Titel ein Ziel. Aber es sind die acht besten Teams hier, da gehört ein bisschen Glück dazu.“ (joe)


[OY6F0]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.11.2018)