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Gewerkschafter Wimmer: Echtes Angebot oder es wird "richtig ernst"

METALLER-KV - WARNSTREIK DER METALLTECHNISCHEN INDUSTRIE: KUNDGEBUNG BEI FIRMA COLLINI
Sollte es kein "substantielles Angebot" geben, droht der Ausfall einer ganzen Schicht am 19. November.APA/ROBERT JAEGER
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Die Gewerkschafter fordern ein "substanzielles Angebot" von den Arbeitgebern. Die Regierungsspitze appelliert indes an die Verhandler, im Dialog zu bleiben.

Montagmittag haben die ersten Warnstreiks bei den Metallern begonnen, nachdem die fünfte Runde der KV-Verhandlungen vorige Woche gescheitert war.  Derzeit finden mehr als 200 Warnstreiks in ganz Österreich statt. Heute war in Wien beispielsweise die Collini GmbH betroffen, deren Geschäftsführer, Johannes Collini, auf Arbeitgeberseite den Metaller-KV mitverhandelt. Arbeitnehmerverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE/FSG) hat mit noch ernsteren Maßnahmen gedroht, sollte es davor nicht ein "substanzielles Angebot" von der Arbeitgeberseite geben. Gibt es keine Verhandlungsrunde mit einem solchen Angebot "wird es am 19. November richtig ernst", so Wimmer im Gespräch mit der APA.

Dann werde nicht zwei, drei Stunden gestreikt wie dieser Tage, so Wimmer, der davon sprach, dass womöglich "eine wichtige Aktion gestartet wird", ohne sich zu sehr in die Karten schauen zu lassen. APA-Informationen zufolge wird eine ganze Schicht von acht Stunden ausfallen, gibt es bis zum 19. November keine substanziellen Verhandlungsfortschritte.

Man sei aber sehr wohl gesprächsbereit, sagte Wimmer. "Wir werden in Verhandlungen treten, wenn die Arbeitgeber bereit sind, ein substanzielles Angebot zu machen. Wir lassen uns nicht wieder - wie die vergangenen vierzig Verhandlungsstunden - an der Nase herumführen."

Regierung: "Nicht politische Ersatzgefechte führen"

Zeitgleich hat die Regierungsspitze an die Lohnverhandler appelliert, im Dialog zu bleiben. Streik sei zwar als letztes Mittel legitim, es gelte aber, aufeinander zuzugehen und "nicht politische Ersatzgefechte am Rücken von Arbeitnehmern und Betrieben zu führen", so Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) in einem gemeinsamen schriftlichen Statement gegenüber der APA. Die beiden Politiker appellierten an die Sozialpartner nach den Worten Straches, "nicht den Weg des Widerstandes zu gehen, sondern den der Gemeinsamkeit und sich solange an einen Tisch zu setzen, bis es eine für beide Seiten zufriedenstellende Einigung gibt".

"Österreichs Wirtschaft entwickelt sich gut, steht aber auch im internationalen Wettbewerb vor großen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund appellieren wir an die Verhandlungspartner, im guten Dialog einen fairen Gehaltsabschluss zu erzielen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen am Erfolg des Landes teilhaben und die Unternehmen weiter wettbewerbsfähig bleiben", so Kurz heute. "Streik ist ein absolut legitimes letztes Kampfmittel der Gewerkschaft, aber Konflikte lassen sich immer besser am Verhandlungstisch lösen, als auf der Straße", so Strache.

Arbeitgeber fordern Rückkehr zu Verhandlungen

Schon vor Wochen war ein ähnlicher Appell nach einem fairen Abschluss bei den Metaller-KV-Verhandlungen von Kurz und Strache zum Teil auf heftige Kritik unter Sozialpartnern gestoßen.

Angesichts der Protest- und Kampfmaßnahmen der Gewerkschafter ab heute forderte am Montag auch der Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, Christian Knill, die Gewerkschaften auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Streiks bringen niemanden etwas. Sie verursachen nur Kosten für die Betriebe und die Mitarbeiter." Sachfragen gehörten am Verhandlungstisch geklärt.

Heute, morgen und am Mittwoch gibt es KV-Gespräche in den kleineren Metaller-Bereichen. Abschlüsse werde es hier erst nach einem Abschluss bei der Metalltechnischen Industrie geben, so Wimmer. Heute seien die Gespräche in der Fahrzeugindustrie auch "konstruktiv" gelaufen, sagte er. Warnstreiks gibt es dort keine. Wie es in den einzelnen Metaller-Teilbereichen weitergehe, wisse man erst ganz am Ende so Wimmer.

 

(APA)