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Steirischer Apple-Zulieferer ams kracht an der Börse

ams

Die Talfahrt der ams-Aktie nimmt kein Ende. Am Montag verliert sie - nach der Gewinnwarnung eines US-Konkurrenten - fast ein Viertel ihres Werts.

Die Aktien des steirischen Chip- und Sensorenherstellers ams  gerieten am Montag unter erheblichen Verkaufsdruck. Auslöser dafür war die einschneidende Umsatz- und Gewinnwarnung des US-Sensorenherstellers Lumentum. Wie ams steuert auch Lumentum Komponenten zur 3D-Gesichtserkennung bei den neusten iPhone-Modellen von Apple bei.

 

Nachdem ams-Papiere im frühen Handel bis auf 39,14 Franken geklettert waren, brachen sie am Nachmittag regelrecht ein. Zu Handelsschluss standen 29,73 Franken auf dem Kurszettel, minus 23  Prozent und der tiefste Wert seit Jänner 2017. Mit einem Minus von nunmehr 66 Prozent seit Anfang Jänner zählen die Aktien von ams an der Schweizer Börse zu den Schlusslichtern in diesem Jahr.  Dabei: Im März hatte das Papier fast 120 Franken gekostet. Das Minus seither: 75 Prozent.

Beobachtern zufolge gibt es schon eine ganze Weile Anhaltspunkte, wonach der Absatz der neuen iPhone-Modelle beim ams-Grosskunden Apple hinter den Erwartungen zurückbleibt. Erst Anfang November berichtete die japanische Nachrichtenagentur Nikkei von Plänen der beiden Zulieferer Foxconn und Pegatron, die Produktionslinien für das iPhone XR nicht weiter auszubauen.

Die Umsatz- und Gewinnwarnung des US-Zulieferers Lumentum bilde nun den vorläufigen Höhepunkt, so heisst es seitens hiesiger Beobachter. Nachdem ein nicht namentlich genannter Grosskunde materiell weniger Komponenten abruft, rechnet Lumentum im laufenden vierten Quartal noch mit einem Umsatz zwischen 335 und 355 Millionen Dollar nach zuvor 405 bis 430 Millionen Dollar. Die Zielbandbreite für den Gewinn je Aktie reduziert der Zulieferer auf 1,15 bis 1,34 Dollar von zuvor 1,60 bis 1,75 Dollar.

Lumentum gilt als einer der Hauptlieferanten von Laser- Sensoren für die 3D-Gesichtserkennungsfunktion beim iPhone X sowie bei den drei neuen iPhone-Modellen. Da auch ams Komponenten für diese Funktion beiträgt, werden nun negative Rückschlüsse auf den hiesigen Sensorenhersteller gezogen.

ams ist aktuell an der Börse 2,5 Milliarden Franken wert. Lumentum hat nach Kursverlusten von mehr als 30 Prozent am Montag einen Börsewert von knapp 2,5 Milliarden Dollar. Das US-Unternehmen hat im Vorjahr bei 1,36 Milliarden Dollar Umsatz 226 Millionen Dollar Gewinn erzielt. ams verdiente bei 1,2 Milliarden Dollar Umsatz 100 Millionen Dollar.

 

Auch Apple auf Talfahrt

Viele Zulieferer haben ihre Erwartungen zuletzt gedrosselt und dafür einen nicht namentlich genannten 'Großkunden' verantwortlich gemacht, der natürlich Apple heißt", sagte ein Analyst. Apple hatte Anfang November gewarnt, dass die Umsätze im wichtigen Weihnachtsquartal vermutlich niedriger als an der Wall Street erwartet ausfallen würden.

Die Gewinnwarnnung des iPhone-Zulieferers Lumentum verschreckt übrigens auch Aktionäre von Apple. Die Aktien des Smartphone-Herstellers rauschten an der Wall Street am Montag um rund vier Prozent in den Keller auf 196,12 Dollar, nachdem sie schon am Freitag zwei Prozent verloren hatten.

Im europäischen Handel verloren die Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor im SDax rund vier Prozent. Auch der japanische Zulieferer Japan Display senkte seine Gesamtjahresziele. Dafür sei eine schwächere Nachfrage von Smartphone-Herstellern verantwortlich, teilte das Unternehmen am Montag mit.

(awp/red)