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So helfen Elektroautos dem Klima nicht weiter

Wie die meisten Staaten fördert auch Österreich den E-Auto-Boom. Mit mehr als zwei Dritteln "Öko" im Strommix, sind die Voraussetzungen hier besser als anderswo.
Wie die meisten Staaten fördert auch Österreich den E-Auto-Boom. Mit mehr als zwei Dritteln "Öko" im Strommix, sind die Voraussetzungen hier besser als anderswo.REUTERS
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Der Hunger nach (schmutziger) Energie steigt in Asien ungebrochen an, warnt die Internationale Energieagentur. Die Kohle feiert eine Renaissance im Stromsektor. Damit droht, der Umstieg auf Elektroautos zum klimapolitischen Eigentor zu werden.

Der Umstieg auf Elektroautos wird die Klimaprobleme der Welt nicht lösen können. Im Gegenteil: Je nachdem, wie der Strom erzeugt wird, den die Fahrzeuge dann tanken sollen, könnten die CO2-Emissionen sogar steigen, warnt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem diesjährigen „World Energy Outlook“. So würde der E-Auto-Boom zwar schrittweise das Erdöl von den Tankstellen in die Chemiefabriken verdrängen. Doch auch die Emissionen des nur in manchen Ländern wirklich sauberen Stromsektors stiegen seit der Jahrtausendwende konstant an.


Zwei Drittel der neu gebauten Kraftwerke erzeugen heute zwar Ökostrom – in den USA sind neue Wind- oder Solarkraftwerke sogar erstmals günstiger als alte Kohlekraftwerke. Doch die wachstumsstarken asiatischen Länder sorgen für eine kleine Renaissance des klimaschädlichsten Brennstoffs, der Kohle. Während Europas Kohlemeiler bereits am Ende ihres Lebenszyklus stehen, sind sie in Asien im Schnitt erst elf Jahre alt – und gerade Indien baut ständig neue dazu. Die Folge: Zum ersten Mal seit drei Jahren stiegen die weltweiten CO2-Emissionen im Jahr 2017 wieder, um 1,6 Prozent und damit auf ein Rekordhoch. Dieses Jahr werden sie weiter steigen, warnt die IEA. Nach ihren Schätzungen werden Kohlekraftwerke bis 2040 Sie für ein Drittel der gesamten kumulierten CO2-Emissionen der Energiebranche verantwortlich sein.

Die Welt braucht ein Viertel mehr Energie

Mehr Menschen und höherer Wohlstand in Asien werden die globale Energienachfrage bis 2040 um mindestens ein Viertel nach oben treiben, heißt es im Bericht. Und das ist nur die Untergrenze, die lediglich dann gilt, wenn die Regierungen ihre Versprechen einhalten, zum Beispiel mehr auf energieeffiziente Technologien zu setzen. Ansonsten könnte der Energiebedarf um mehr als die Hälfte nach oben schnellen.

„70 Prozent der globalen Energieinvestitionen würden von staatlicher Seite angestoßen“, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol. „Die Message ist daher klar: Das Schicksal der Energiewelt liegt in den Händen der Regierungen.“ Die IEA rechnet damit, dass der Anteil der Erneuerbaren am globalen Strommix von heute 25 auf 40 Prozent steigen wird.
Österreich will noch heuer eine erste Punktation zum neuen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz vorlegen. Das bisherige Ökostrom-Förderregime soll umgebaut werden, um künftig deutlich mehr saubere Elektrizität zu denselben Förderkosten zu erzeugen. Die Industrie rechnet damit, dass mit den staatlichen Subventionen von heute etwa drei Mal so viel Ökostrom erzeugt werden könnte.