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Orbáns Flüchtling: Mazedoniens Ex-Premier setzt sich nach Ungarn ab

APA/AFP/ROBERT ATANASOVSKI

Gruevski hält sich Medienberichten zufolge in Budapest auf. Der ungarische Premier Viktor Orban könnte Gruevskis Flucht organisiert haben. Er war in seiner Heimat zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Das mazedonische Innenministerium hat am Dienstagabend in einer Aussendung bestätigt, dass sich der geflüchtete Ex-Premier Nikola Gruevski in Ungarn befindet. Dies sei vom ungarischen Innenministerium bekräftigt worden, zitierte die Ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Die mazedonische Polizei habe das zuständige Gericht zwecks Erlassung eines internationalen Haftbefehls gegen Gruevski informiert. Dieser war in seiner Heimat wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Da er diese letzte Woche nicht antrat, wurde ein Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Gruevski spricht von "Morddrohungen"

Gruevski selbst hatte am Dienstag auf seiner Facebook-Seite erklärt, in Ungarn um politisches Asyl angesucht zu haben. Dabei habe er "Morddrohungen" als Grund für seine Flucht angegeben, berichteten Medien und hinterfragten, wie der Ex-Premier nach Ungarn gelangen konnte, weil seine Reisedokumente bereits 2017 beschlagnahmt worden waren. Möglicherweise sei es der ungarische rechtskonservative Premier Viktor Orban gewesen, der mit serbischer Hilfe die Flucht Gruevskis vor dem Gefängnis organisiert haben könnte, schrieb das Internetportal "168ora.hu" unter Berufung auf das mazedonische Programm der Deutschen Welle. Gruevski und Orban pflegen nach Medienberichten äußerst freundschaftliche Beziehungen.

Gegen Gruevski, der zwischen 2006 und Anfang 2016 Regierungschef war, werden aktuell weitere Prozesse geführt. Mazedonische Medien hatten im Frühjahr festgestellt, dass der nationalkonservative Politiker bis zu 20 Jahre im Gefängnis verbringen könnte, sollte er in all diesen Prozessen verurteilt werden.

(APA)