RBI übertrifft Prognosen

RBI-Chef Johann Strobl kann sich weiter über ein sattes Gewinnplus freuen.
RBI-Chef Johann Strobl kann sich weiter über ein sattes Gewinnplus freuen.REUTERS

Auch im dritten Quartal konnte Raiffeisen International erneut zulegen. Russland-Sanktionen spürte die Bank – bisher – nicht.

Wien. Mit einem Quartalsgewinn von 417 Mio. Euro lag die heimische Raiffeisen Bank International von Anfang Juli bis Ende September nicht nur um 29 Prozent über dem Vorjahreszeitraum – sondern auch deutlich über den Prognosen der Analysten. Diese hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn von lediglich 335 Mio. Euro gerechnet. Grund dafür waren nicht zuletzt die im Sommer erneut verschärften Russland-Sanktionen der USA. Als diese vom Weißen Haus Anfang August angekündigt worden waren, rasselte die RBI-Aktie innerhalb weniger Tage um knapp 15 Prozent nach unten.

Die RBI könnte durch diese zusätzlichen Einschränkungen im Geschäft mit russischen Firmen oder Privatpersonen entweder direkt beeinträchtigt oder zumindest von einer Abschwächung der russischen Wirtschaft beziehungsweise des Rubels negativ beeinflusst werden, so die Sorge der Anleger. Bis dato stellten sich diese Befürchtungen der Investoren allerdings als unbegründet dar. So konnte auch die Russland-Tochter erneut ihren Gewinn um elf auf 368 Mio. Euro steigern.

Dadurch bleibt auch das gesamte Neunmonatsergebnis der RBI deutlich in der Gewinnzone. Wie bereits im Halbjahr konnte auch in den ersten drei Quartalen der Gewinn um 29 Prozent auf nunmehr 1,17 Mrd. Euro gesteigert werden. Wichtigster Treiber war dabei neuerlich die wirtschaftliche Erholung in Osteuropa. Die gute Konjunktur sorgt dafür, dass weniger Kreditnehmer Probleme mit dem Rückzahlen ihrer Darlehen haben. Mitunter kann sogar bei notleidenden Krediten wieder die Rückzahlung aufgenommen werden.

 

Zuschreibung aus Vorsorgen

Für die Banken bedeutet das einen deutlichen Rückgang ihrer Risikokosten. Bei der RBI drehte sich dieser in der Vergangenheit stark gewinnschmälernde Effekt sogar um. Mussten im Vorjahr noch 191 Mio. Euro an Krediten abgeschrieben werden, gab es heuer in den ersten neun Monaten eine Zuschreibung in Höhe von 56 Mio. Euro. Eine Entwicklung, die sich allerdings in den kommenden Jahren wieder umdrehen wird, wie der RBI-Vorstand schon seit Längerem nicht müde wird zu betonen. Die Quote der notleidenden Kredite sank durch Verkäufe und den Rückzug aus Polen von 5,7 Prozent zu Jahresanfang auf nunmehr 4,4 Prozent.

Wie stark die Aktionäre von diesem Gewinnplus profitieren werden, ist nach wie vor offen. Bekräftigt wurde die Absicht, mittelfristig 20 bis 50 Prozent des Gewinns als Dividende auszuschütten. Für 2018 soll sie zumindest auf Vorjahresniveau liegen. 2017 hatte das Institut 204 Mio. Euro beziehungsweise 62 Cent je Aktie ausbezahlt. (jaz/ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2018)