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Eurofighter-Ausschuss: Ein Ex-Offizier, eine Putzfrau und die Suche nach fünf Millionen Euro

Symbolbild: Eurofighter-U-Ausschuss
Symbolbild: Eurofighter-U-AusschussAPA/HERBERT NEUBAUER
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Der ehemalige Bundesheeroffizier Georg Schmidt dementiert, dass er eine Zahlung von fünf Millionen Euro über einen rumänischen Arbeiter bekommen hat.

Ein Wiedersehen im U-Ausschuss: Georg Schmidt, ehemaliger Bundesheeroffizier und späterer Unternehmer, erlebt am Donnerstag ein Déjà-vu. Er ist seit 10 Uhr als Auskunftsperson in den Untersuchungsausschuss zum umstrittenen Ankauf der Eurofighter geladen, wo er schon 2017 ausgesagt hat. Damals hatte der Pilot, der in den Unterlagen des Eurofighter-Herstellers EADS als Verbindungsmann zur ÖVP angeführt wird, eine Parteinähe scharf bestritten. Derartige Behauptungen empfinde er als „rätselhaft“, auch sei er kein „EADS-Lobbyist“ und der Eurofighter abgesehen davon ohnehin das „weltbeste Kampfflugzeug“, gab er zu Protokoll.

Ein Jahr später sagte er nun bei seinem Eingangsstatement im Ausschuss: Er könne „absolut ausschließen, im Zusammenhang mit der Eurofighter-Beschaffung von irgendjemandem Geld erhalten und an irgendjemanden anderen weitergegeben zu haben“. Allerdings: Sein Name kommt in der Causa mehrfach vor. Etwa bei der Befragung des Steuerberaters Klaus Peter Kaindleinsberger in der Vorwoche. Konkreter: Im Zusammenhang mit einer Zahlung von fünf Millionen Euro, die ein rumänischer Bauhilfsarbeiter namens Constantin Dobreanu 2005 von der EADS-Briefkastenfirma Columbus Trade erhalten und sie an Schmidt überwiesen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittle aktuell unter anderem wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen Schmidt – der Dobreanu nicht kennen will – wie auch gegen seinen Sohn.

Schmidt: Vorwürfe sind "Schwachsinn"

Das, so schreibt ORF.at nun am Donnerstag, sei einem Zufall geschuldet. Denn: Der ermittelnde Staatsanwalt im Eurofighter-Verfahren war Ende 2017 auch in einem Verfahren wegen Sozialversicherungsbetrugs tätig. Die in letzterem Angeklagte sagte bei der Einvernahme aus, für die Familie Schmidt als Putzfrau tätig gewesen zu sein. Außerdem kenne sie Dobreanu, der in dem Haus von Schmidts Sohn gewohnt habe, wo sie ebenfalls geputzt habe. Die Frau wurde in der Folge als Zeugin in der Causa Eurofighter vernommen und konkretisierte, dass sich Dobreanu „mit seinem guten Verhältnis“ zu Vater und Sohn Schmidt „gebrüstet“ habe.

Weiters sagte sie aus, dass Dobreanu, der mittlerweile einen anderen Namen trägt, in Dubai eine Firma gegründet habe, und fünf Millionen aus „schmutzigen Geschäften" von Georg Schmidt überwiesen und dann wieder an Georg Schmidt rücktransferiert worden seien. Damit widerspricht die Zeugin Dobreanu, der bislang stets bestritten hatte, fünf Millionen Euro erhalten zu haben. Laut den Abgeordneten behauptet er stattdessen, dass der ehemalige EADS-Manager Manfred Wolff, den er aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kennt, seine Unterschriften gefälscht bzw. seinen Pass missbraucht hätte.

Gegenüber ORF.at sagte Schmidt am Donnerstag, die im Strafverfahren gegen ihn aufgeworfenen Verdächtigungen seien substanzlos. Er kenne keine der darin angeführten Personen. Im U-Ausschuss selbst dementierte der frühere Bundesheerpilot eine Zahlung von fünf Millionen Euro, entsprechende Zeugenaussagen seien „Schwachsinn". Er habe mit Dobreanu „im Leben nie zu tun gehabt" und kenne auch keine Kontoverbindungen oder Überweisungen - weder bei ihm selbst noch bei seiner Firma IT-Solution sei das Geld gelandet, versicherte er. Warum die Frau solche Vorwürfe erhebe, wisse er nicht. Es sei aber „sehr seltsam".

>>> Bericht von ORF.at

(Red.)