Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Wien testet Busspur-Öffnung für E-Autos doch

++ THEMENBILD ++ BUSSPUR / BUSSPUR-OeFFNUNG
APA/HANS KLAUS TECHT
  • Drucken

Wien will auf einer Teststrecke die Busspur für Elektroautos öffnen und so der Regierung entgegenkommen, die eine Öffnung verlangt hatte. Gegen eine generelle Öffnung ist man weiterhin.

Wien kommt dem Bund nun bezüglich der Pläne, Busspuren für Elektroautos freizugeben, doch ein wenig entgegen. Obwohl Rot-Grün weiterhin gegen das Ansinnen der ÖVP-FPÖ-Regierung ist, wird man eine Teststrecke einrichten, wie SPÖ-Umweltsprecher Josef Taucher und der grüne Energiesprecher Christoph Chorherr am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten bekanntgaben. Details dazu gibt es aber noch nicht.

Die Verkehrspolitik der Stadt habe zum Ziel, den Individualverkehr zurückzudrängen und die Öffis zu stärken. Daher sei man gegen eine Öffnung der Busspuren für E-Autos, wie es von der türkis-blauen Regierung vorgeschlagen wurde: "Da sitzt ja wieder nur eine Person drin und die Busspuren in der Stadt werden verstopft", argumentierte Taucher gegen das Vorhaben.

Dennoch - um der Regierung entgegenzukommen - wird man als "Experimentierraum" eine Teststrecke im innerstädtischen Bereich einrichten. Wo genau bzw. wann und wie lange - das sei allerdings noch unklar. Um den Autoverkehr auch im ländlichen Raum in den anderen Bundesländern zu reduzieren, forderten Chorherr und Taucher die Bundesregierung auf, verstärkt in den öffentlichen Verkehr zu investieren.

"Wien in Energiezukunft angekommen"

Grundsätzlich ging es den beiden Rot-Grün-Vertretern allerdings darum, dem "Schlechtreden der Bundeshauptstadt" seitens ÖVP und FPÖ entgegenzuwirken. Deshalb warteten Taucher und Chorherr mit einer Reihe von Zahlen zu Energieverbrauch, Treibhausgas-Ausstoß und Bodenverbrauch im Vergleich zu anderen österreichischen Städten auf.

"Wien ist schon längst in der Energiezukunft angekommen", sagte Taucher, denn in Wien würde bereits jeder dritte Weg mittels Elektromobilität zurückgelegt werden. Wobei Straßenbahnen und U-Bahnen hier mitgemeint sind. Dass die Öffis in Wien gut angenommen werden, zeigt auch, dass seit 2014 mehr Öffi-Jahrestickets verkauft wurden als es Autos gibt. Zudem sinkt hier der Bestand an Pkw am meisten, während er in den anderen Landeshauptstädten - ausgenommen Innsbruck und Graz - seit 2005 steigt.

Die kompakte, stark verdichtete städtische Bauweise würde auch zum niedrigsten Pro-Kopf-Energieverbrauch im Bundesländervergleich führen. Die Wiener Bevölkerung habe pro Kopf und Jahr einen Verbrauch von 20.000 kWh, Spitzenreiter Oberösterreich hingegen 45.100 kWh.

In diesem Zusammenhang auch ein "völlig unterschätztes Thema ist der Bodenverbrauch", klagte Chorherr, denn: "Wenn wir in Wien dicht bauen, dann liegt darin ein ökologischer Grund". Durch die Verbauung von Grünflächen werde viel Energie verbraucht, Wien halte hier mit seiner verdichteten Bauweise dagegen. Seit 2005 sei der Bodenverbrauch um 15 Prozent gesunken, während in ganz Österreich pro Tag neun Hektar Land verbaut werde.

(APA)