Maturareform: „Die Prüfung wird nicht leichter“

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Kurt Scholz kündigt nach seiner Österreichtour aber Veränderungen an. Anlass für die Reformen war die katastrophale Mathematikmatura im Mai.

Wien. Eines stellt Kurt Scholz klar: „Kein Mensch hat gesagt, dass die Matura leichter wird.“ Der frühere SPÖ-Stadtschulratspräsident, den ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann nach der schlechten Mathematikmatura durch Österreich geschickt hat, um herauszufinden, wo der Schuh drückt, warnt auch die Schüler. Am Schwierigkeitsgrad der Mathematikprüfung werde nicht gedreht, sagte Scholz gestern an der Seite von Bildungsdirektor Heinrich Himmer (SPÖ) in Wien, wo er seine Bundesländertour abschloss – aber an der Verständlichkeit.

Wie die „Presse“ bereits berichtete, stehen für Scholz die „teilweise mit Fallen versehenen“ Angabentexte bei der Mathematikmatura im Fokus. Seit September arbeiten im Ministerium Experten daran, diese besser zu formulieren. Ein weiterer Aspekt, mit dem Eltern, Lehrer und Schüler unzufrieden sind, ist die Punktevergabe: Scholz plädiert dafür, dass es nicht nur richtig (1 Punkt) und falsch (0 Punkte) gibt, sondern eine differenzierte Skala, die für richtige Lösungen etwa zwei Punkte vorsieht – und für halbrichtige immer noch einen. Er hofft, dass einige Anpassungen bereits bei der Matura im Mai umgesetzt werden.

„Keine riesige Reform“

Insgesamt handle es sich aber um eine kleine Reform, sagte Scholz. „Das wird keine riesige Reform, die Zentralmatura wird nicht von den Füßen auf den Kopf gestellt.“ Zusätzlich müsse man auch langfristig denken, etwa bei Aus- und Weiterbildung von Lehrern angeht. Bei seinen Gesprächen hätten aber niemand die Zentralmatura grundsätzlich in Frage gestellt.

Scholz schreibt nun einen Bericht für Faßmann. Dieser stellt im Jänner einen Fahrplan für Änderungen vor. Anlass für die Reform waren die schlechten Ergebnisse bei der schriftlichen Klausur im Mai: Dort fiel rund jeder fünfte Maturant in Mathematik durch - viele retteten sich nur durch die mündliche Kompensationprüfung. Auch beim Herbsttermin sind wieder viele Maturanten durchgefallen, wie die "Presse" berichtete.