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Schröder: "Werden von USA wie besetztes Land behandelt"

Schröder im Interview mit Reuters
Schröder im Interview mit ReutersREUTERS
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Der frühere deutsche Bundeskanzler kritisiert die amerikanische Handelspolitik und fordert eine Annäherung Deutschlands an China.

"Wir können uns nicht gefallen lassen, dass wir wie ein besetztes Land behandelt werden." Mit derart scharfen Worten hat der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder die Handelspolitik der USA kritisiert. Zugleich forderte er in dem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters eine Annäherung Deutschlands an China.

"Wenn ich mir das Agieren des amerikanischen Botschafters in Deutschland so anschaue, habe ich den Eindruck, er versteht sich eher als Besatzungsoffizier denn als Botschafter der Vereinigten Staaten in einem souveränen Staat." Deutschland müsse sich in dieser Situation nach Verbündeten umschauen, die ähnliche Interessen hätten. Ihm falle da natürlich China ein, sagte der SPD-Politiker, der auch als enger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt. 

Der Handelsstreit der USA mit China belastet auch deutsche Unternehmen. US-Präsident Donald Trump wirft China unfaire Handelspraktiken vor und stört sich an dem großen Defizit im Warenaustausch mit der Volksrepublik. Die Führung in Peking weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt die Vereinigten Staaten der "Handels-Tyrannei".

"Grenze ist militärisches Equipment"

Schröder warnte die Bundesregierung in Berlin davor, Deutschland gegen chinesische Investoren abzuschotten. "Was spricht dagegen, wenn man einen chinesischen Investor hat, der nicht nur ein Finanzinteresse hat, sondern auch etwas mitbringt, nämlich verbesserte Chancen für das Unternehmen im chinesischen Markt?", fragte er. "Für mich gibt es eigentlich nur eine Grenze. Die Grenze besteht dort, wo es um militärisches Equipment geht."

(APA/Reuters)