Am Krankenbett der Sozialdemokratie

Ein Kind der Kreisky-Ära: Pamela Rendi-Wagner (47).
Ein Kind der Kreisky-Ära: Pamela Rendi-Wagner (47). (c) Jeff Mangione / KURIER / picture (Jeff Mangione)
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Pamela Rendi-Wagner wird heute zur 12. Vorsitzenden gewählt. Eine Exponentin der Mittelschicht für eine Partei der Mittelschicht. Die alte Arbeiterpartei ist nicht mehr.

Der Beginn war verhalten, auch die Persönlichkeit der neuen Vorsitzenden blieb mehr im Verborgenen. Man weiß wenig über ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen, wenig über ihre migrationspolitischen. Am ehesten weiß man noch über ihre gesellschaftspolitischen Bescheid – oder kann sie zumindest erahnen.

Hatten Viktor Klima, Alfred Gusenbauer, Werner Faymann (er noch am wenigsten) und Christian Kern noch einen Arbeiterklasse-Restcharme, so ist dies bei Pamela Rendi-Wagner gar nicht mehr der Fall. Sie ist eine typische Vertreterin der oberen urbanen Mittelschicht. Ärztin, Ehefrau eines Diplomaten, zweifache Mutter. Ein Kind der Kreisky-Ära. Leistung, Aufstieg, Sicherheit. Der Vater, der die Familie früh verließ, von der Hippie-Bewegung inspiriert, die Mutter Kindergärtnerin. Erst Gemeindebau (in Favoriten), dann Reihenhaus (in Liesing). Im selben Gymnasium wie später Sebastian Kurz. Studium der Medizin in Wien. Danach Post-Graduate in London. Vom Tropenmedizin-Institut der Universität Wien an die Spitze des Gesundheitsressorts, erst als Sektionschefin, dann als Ministerin.

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