Nanokapseln gegen Brustkrebs

Eine Brustkrebszelle unter dem Elektronenmikroskop, Nanokapseln sollen hier andocken und Selen freigeben.
Eine Brustkrebszelle unter dem Elektronenmikroskop, Nanokapseln sollen hier andocken und Selen freigeben. (c) Uni Innsbruck
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Österreichische Wissenschaftler experimentieren mit Seidenproteinen und Selen, um Tumorzellen gezielt zu bekämpfen und Nebenwirkungen zu reduzieren.

Der Ursprung von Krebserkrankungen ist gleichzeitig die größte Hürde für ihre Behandlung: Es sind die eigenen Zellen, die zu wuchern beginnen, anderes Gewebe verdrängen, sich in Organe einnisten. Von ihren gesunden Vorläufern sind die Krebszellen kaum zu unterscheiden: Bekämpft man sie mit klassischen Methoden, wie der Chemo- oder Strahlentherapie, führt das zwangsläufig zu Kollateralschäden. Zwar lassen sich viele Tumore damit gut behandeln, oft leiden die Betroffenen jedoch unter massiven Nebenwirkungen.

Weltweit suchen Forscher daher nach Strategien, um Krebszellen anzugreifen, ohne den Rest des Körpers in Mitleidenschaft zu ziehen. Der Bedarf ist nach wie vor riesig: Krebs gehört zu den häufigsten Todesursachen, laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation sterben allein heuer weltweit 9,6 Millionen Menschen daran, in Österreich sind es rund 20.000 pro Jahr. Entsprechend groß sind die Bemühungen, neue Therapien zu entwickeln, kaum eine andere Gruppe von Krankheiten wird intensiver erforscht.

Tödliche Ladung freisetzen

Zwei Richtungen haben sich dabei als besonders vielversprechend herauskristallisiert: die Krebsimmuntherapie, deren Entwicklung dieses Jahr mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde, und die sogenannten zielgerichteten Krebstherapien. Hier werden selbst kleinste molekulare Unterschiede genutzt, um Tumorzellen möglichst selektiv abzutöten. Eine ganze Reihe mehr oder weniger treffsicherer Wirkstoffe wird bereits eingesetzt, meist in Kombination mit klassischen Methoden.


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