Wer den jüngsten Absturz der Technologieaktien mit der Dotcom-Blase des Jahres 2000 vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Bei Apple & Co. kann man entspannt bleiben. Aber es gibt welche, bei denen es schon bald krachen kann – durchaus berühmte Namen.
New York. „Ist das nun eine Blase?“, titelte „Die Presse“ vor einem Jahr an dieser Stelle. Der US-Technologieindex Nasdaq raste von einem Rekord zum nächsten, und einige Beobachter begannen, die Lage mit jener vor dem Platzen der Dotcom-Blase zu Beginn des Jahrtausends zu vergleichen.
Sie haben ziemlich viel falsch verstanden, der Vergleich ist unangebracht. Zu diesem Schluss kamen wir damals, und hinter diesem Schluss kann man heute, gerade nach den zuletzt gesehenen Kurseinbrüchen, fester denn je stehen.
Auch wenn viele Investoren derzeit ein wenig hyperventilieren: Das war noch kein Drama, da sollte man die Kirche im Dorf lassen. Natürlich: Vergangene Woche machten alle Mitglieder der FAANG-Gruppe – Facebook, Amazon, Apple, Netflix und die Google-Mutter Alphabet – Bekanntschaft mit dem Bärenmarkt, notierten also um mehr als 20 Prozent unter ihrem Höchststand.
Auf Jahressicht im Plus
Der Absturz der Giganten riss auch den 3000 Werte umfassenden Nasdaq Composite Index mit nach unten, der Index lag zuletzt rund 15 Prozent unter seinem Rekordhoch von Ende August. Klingt dramatisch, ist es aber nicht, wenn man den Kursrutsch einordnet. Auf Jahressicht steht beim Nasdaq immer noch ein Plus zu Buche, seit Jahresbeginn gerade einmal ein kleines Minus. Vor fünf Jahren notierte der große Technologieindex bei weniger als 4000 Punkten, nach der aktuellen Korrektur stehen wir bei rund 7000 Punkten. Zum Vergleich: Vor dem Platzen der Dotcom-Blase im März 2000 hatte der Nasdaq Composite etwas mehr als 5000 Punkte markiert, bis Herbst 2002 stürzte er auf rund 1100 Punkte ab.