SteiermarkSonderpreis

Zotter: Die Zahl der gehörlosen Besucher nimmt deutlich zu

Familie Zotter (Ulrike, Sepp, Michi, Julia, v.l.) lebt seit zwölf Jahren Inklusion in ihrem Unternehmen.(C) Zotter

Die Zotter Schokoladen Manufaktur GmbH beschäftigt unter anderem Mitarbeiter, die der Gebärdensprache mächtig sind und Führungen anbieten, bei denen neue Zielgruppen angesprochen werden.

Die Zotter Schokoladen Manufaktur ist weit über die Grenzen der Steiermark hinaus für ihre biologisch und fair produzierte Schokolade bekannt. Regelmäßig pilgern neugierige Menschen zu dem Firmensitz des 1999 gegründeten Unternehmens in die kleine Ortschaft Bergl in der Gemeinde Riegersburg, um hautnah mitzuerleben, wie diese süßen Verlockungen entstehen. Durch die Inklusion kann der Betrieb auch Zielgruppen ansprechen, die bisher an herkömmlichen Führungen nur eingeschränkt teilnehmen konnten.

Schwächeren helfen

Doch zuvor ein kleiner Rückblick: Vorgängerin der heutigen Zotter Manufaktur war die 1987 gegründete Zotter Konditorei. Heute ist Zotter zu einem stolzen Unternehmen herangewachsen. Unter den rund 180 Mitarbeitern beschäftigt Zotter vier Menschen mit Behinderung. Geschäftsführer Josef Zotter ist es ein Anliegen, Schwächere zu fördern, indem man ihre Stärken anerkennt und sie integriert. Denn jeder habe Fähigkeiten, ist der Chef der Schokoladenmanufaktur überzeugt und sieht es als seine Aufgabe, diese Stärken herauszufinden. So werden Menschen mit Behinderungen gezielt einer Berufsausbildung zugeführt, wobei auf verlässliche Rahmenbedingungen geachtet wird.
Bereits vor zwölf Jahren arbeitete bei Zotter der erste Mitarbeiter mit Behinderung. Auf dessen Weiterentwicklung ist Zotter besonders stolz. Der Mitarbeiter war über die „Chance B“ ins Unternehmen gekommen und konnte mittlerweile seine kaufmännische Lehre abschließen. Diese Arbeitskraft benötigt heute keine Förderung mehr. Damit solche Erfolgsstorys möglich sind, ist es notwendig, Menschen mit Behinderung voll in den Abteilungen zu integrieren. Eine offene Kommunikation sei der Schlüssel zum Erfolg. Der Chef müsse mit der Stammcrew über das Thema Inklusion sprechen, damit sich niemand überrumpelt fühlt.

Führung in Gebärdensprache

Die vier Angestellten mit Behinderung sind in unterschiedlichen Bereichen der Manufaktur tätig: zwei in der Schokoladenproduktion, zwei im Versand. Zotter erzielt durch die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen einen Mehrwert. Eine der Angestellten bietet sogar Führungen in Gebärdensprache an. Dadurch ist die Zahl an gehörlosen Besuchern in der Manufaktur deutlich gestiegen. Bei der Suche nach Menschen mit Behinderung im Zotter-Team kooperiert das Unternehmen mit der Lebenshilfe Feldbach.