Inserate zu "Terror-Tipps" kosten Innenministerium 365.000 Euro

Verhalten bei Amok und Terror
Verhalten bei Amok und Terror(c) Screenshot: Flyer des Innenministeriums

505.100 Infokarten, 11.500 Flyer, zahlreiche Zeitungsinserate und Online-Schaltungen sollten Bürgern aufzeigen, wie sie sich im Fall von Amokläufen oder Terroranschlägen verhalten sollen.

365.000 Euro ließ es sich Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) kosten, den Bürgern mitzuteilen, wie man sich im Fall von Amokläufen oder Terroranschlägen verhalten sollte - auch wenn er bei der Präsentation im August selbst betonte, dass es keine Hinweise auf Anschläge gibt. Den größten Brocken davon bekamen die "Kronen Zeitung" und "Österreich", ergab die Beantwortung einer Neos-Anfrage.

In diesen Zeitungen wurde um jeweils rund 100.000 Euro inseriert, auch in den "Vorarlberger Nachrichten", den "Salzburger Nachrichten", der "Tiroler Tageszeitung", der "Kleinen Zeitung", den "Oberösterreichischen Nachrichten" und in "Heute" gab es Einschaltungen, außerdem in den beiden von Christian W. Mucha herausgegebenen Branchenblättern "ExtraDienst" und "FaktuM".

In Summe kosteten die Zeitungsinserate rund 346.695 Euro, antwortete Kickl auf die schriftliche Anfrage der Neos. Dazu kamen Online-Inserate auf oe24.at, diepresse.com, krone.at und heute.at um zusammen 13.079 Euro.

505.100 Infokarten und 11.500 Flyer

Dass man im Fall eines Terroranschlags flüchten, sich verstecken, den Notruf wählen und sich in letzter Konsequenz verteidigen sollte, vermittelte Kickl den Bürgern auch auf 505.100 Infokarten und 11.500 Flyern. Dafür musste das Ministerium zusammen 5232 Euro aufwenden. Gestaltet wurde die Kampagne von der für Grafik- und Kommunikationsdesign zuständigen Abteilung des Innenministeriums, eine Agentur wurde nicht beauftragt.

"Derart viel Steuergeld für eine dermaßen nutzlose Kampagne zu verschwenden, ist vollkommen absurd", befand der stellvertretende Neos-Klubobmann Niki Scherak. Er empfahl dem Innenminister, "besser in Maßnahmen zu investieren, die tatsächlich mehr Sicherheit bringen statt zu versuchen, mit Angstmache in der Bevölkerung zu punkten". Es könnte allerdings sein, dass die "Verhaltenstipps" fortgesetzt werden. Denn bei Beantwortung der Anfrage war es "derzeit noch nicht absehbar", ob und wie lange etwaige weitere Maßnahmen stattfinden.

(APA)