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Umstrittene Gen-Experimente an Babys: "Ich bin stolz"

APA/AFP/ANTHONY WALLACE
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Die Geburt der ersten genmanipulierten Kinder sorgt weltweit für Empörung. Der zuständige Forscher verteidigte sich. Die Versuche setzt er trotzdem aus.

Angesichts scharfer weltweiter Kritik hat der chinesische Forscher He Jiankui seine Arbeit verteidigt, die zur Geburt der weltweit ersten genetisch veränderten Babys geführt haben soll. Die Wissenschaft müsse mehr tun, um Menschen mit Krankheiten zu helfen, sagt He am Mittwoch auf einem Genomforscher-Kongress in Hongkong, bei dem er sich den Fragen aufgebrachter internationaler Experten stellte. Zugleich kündigte er jedoch an, die Experimente auszusetzen. Die klinischen Versuche seien "aufgrund der aktuellen Situation" gestoppt worden, sagte He am Mittwoch bei einem Medizinkongress in Hongkong.

Die Nationale Gesundheitskommission hatte eine "minutiöse Untersuchung" angekündigt. Der Vize-Minister für Wissenschaft und Technologie, Xu Nanping, bezeichnete die Experimente als illegal.

Forscher He hatte am Montag in einem YouTube-Video erklärt, dass er bei einem vor einigen Wochen geborenen Zwillingspaar die DNA so verändert habe, dass die beiden Mädchen vor einer HIV-Infektion geschützt seien.

Der Vater der Zwillingsmädchen sei HIV-positiv, erläuterte He nun am Mittwoch bei dem Kongress. Für seine Versuche hatten sich demnach insgesamt acht Paare freiwillig gemeldet: Alle Väter waren HIV-positiv, die Mütter gesund. Ein Paar sei aber vor dem Ende des Experiments ausgestiegen. Daher sei das Ergebnis "unerwartet" bekannt geworden, sagte He. Dafür müsse er sich "entschuldigen".

Es war der erste Auftritt von He, seit er am Montag mit einem auf Youtube veröffentlichten Video bei Wissenschaftern und Ethikern weltweit Empörung ausgelöst hatte. Darin hatte er die Geburt der ersten genmanipulierten Babys Lulu und Nana verkündet. Die an Embryonen vorgenommenen Eingriffe mit der noch jungen Genschere Crispr/Cas9 sollten die Kinder, deren richtige Identität der Wissenschafter geheim halten will, demnach resistent gegen HIV machen. Eine unabhängige Bestätigung für die Behauptung gibt es bisher nicht.

Vater schrieb Nachricht an Forscher

In Hongkong wiederholte He, dass er insgesamt mehrere kinderlose Paare aus gesunder Mutter und HIV-infiziertem Vater dazu brachte, bei den Versuchen mitzumachen. Am Ende habe eines der Paare Zwillinge bekommen. "Auf diesen speziellen Fall bin ich wirklich stolz", sagte He. Nach der Geburt der Kinder habe er vom Vater eine Nachricht erhalten, in der dieser versprach, hart zu arbeiten, Geld zu verdienen und sich immer um seine beiden Töchter und seine Frau zu kümmern.

 

(APA/dpa)